Logo

Sogenannter Jonas-Sarkophag

Ident. Nr.: 2704

ObjID: obj:1420804

Details (Expert)

Beteiligte
Pollak, Ludwig (1868 - 1943),
Vermittler*in
Datierung
Datierung: letztes Drittel 3. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 182 x 45 cm
Erwerbung
Um 1883 in Rom in der Vigna Ronchetti bei Feldarbeiten gefunden. 1902 von Felix Schmitz in Rom angekauft, durch Ludwig Pollaks Vermittlung.

Objektbeschreibung

In der Mitte ruht der Prophet Jonas (Jona 1-4) unter einer Kürbislaube in schlafender Stellung – ein freundliches Wunschbild für den Tod. In einer idyllischen Landschaft mit Bäumen springt fröhlich eine Ziege umher, während ein Rind und Schafe friedlich weiden oder lagern. Links stützt sich ein junger Hirt auf seinen Wanderstab und blickt sinnend zurück. Rechts hat sich ein alter Hirt auf einen Fels gesetzt, um seinem Hund, der brav die Pfote hebt, einen Bissen zu reichen. Ganz rechts steht ein Schafträger, ganz links eine verschleierte Frau mit zum Gebet erhobenen Armen. Ein Hinweis auf die Frömmigkeit des Verstorbenen oder eine Hinterbliebene, die für dessen glückliche und friedliche Weiterexistenz im Jenseits betet.
(Theun-Mathias Schmidt)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)