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Sitzender weiblicher Akt

Ident. Nr.: 602-1912

ObjID: obj:1425377

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Radierer*in
Datierung
Herstellung: 1890 - 1891
Geografische Bezüge
Provenienz
Geschenk (?): Beate Bonus (1865-1954),
bis 27.8.1912
Abmessungen
Plattenrand: 17,9 x 12,7 cm
Blattmaß: 39,7 x 29,5 cm
Erwerbung
1912 Geschenk eines Ungenannten (Beate Bonus)

Objektbeschreibung

Außer diesem Beispiel mit einer der ersten Radierungen der Künstlerin haben sich kaum Aktstudien aus der Phase vor 1900 erhalten. Die wenigen bekannt gewordenen Zeichnungen zu diesem Thema gehören fast alle ihrer Münchener Studienzeit
an. [...] Schon diese frühe Graphik verdeutlicht eine sehr eigene, eher unerotische Sicht des weiblichen Körpers. Sie idealisiert nicht, sondern bemüht sich um eine präzise, realistische Charakterisierung, die gleichzeitig auch der Persönlichkeit des Modells
gerecht wird. Bereits die sehr konzentrierte Sitzhaltung, das Alter und die Hervorkehrung der unschönen Hand der Frau bekunden, wo die Schwerpunkte der Darstellung zu suchen sind. Der wie eine Federzeichnung gearbeitete fein gestrichelte Stil erinnert an die Radierungen Wilhelm Leibls.
Das männliche Pendant von 1891 [#vgl. Ident. Nr. 103-1906] - eine der wenigen Studien nach dem männlichen Körper im Werk von Kollwitz - hat sich ebenfalls im Kabinett
erhalten. Der weibliche Akt ist bisher nur in Berlin nachgewiesen.

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 94, Kat.-Nr. 106)

2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)