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Löwengruppe

Ident. Nr.: ohne Inv.-Nr.

ObjID: obj:1425762

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Haffenrichter (1897 - 1981),
Künstler*in
Datierung
um 1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Löwengruppe
Übersetzung: Lion Group
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 28,5 x 66,5 x 21 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1966 Übernahme aus dem Ermelerhaus, Berlin

Objektbeschreibung

Auf den ersten Blick fügt sich die bronzene Löwengruppe nicht in das vornehmlich malerische und zunehmend abstrakte Werk des Künstlers. An der Kunsthochschule in Nürnberg und von 1921 bis 1924 am Bauhaus in Dessau ausgebildet, prägte vor allem der Leiter der Bühnenklasse, Lothar Schreyer, Haffenrichters künstlerische Entwicklung. Die Bildhauerei vertiefte er an der Kunstakademie in Kopenhagen, ehe er von 1927 bis 1933 in Berlin und Elbing lehrte. Rückblickend schrieb Haffenrichter: „Als nach 1933 der Weg, den ich als Maler vor mir sah, wenigstens in der Oeffentlichkeit nicht mehr gangbar wurde, verdiente ich mein Brot mit der Plastik“ (Manuskript von 1962, in: Marlene Lauter, Spuren von Natur und Kosmos. Hans Haffenrichter. Malerei, Graphik, Plastik, Ausst. Kat., Würzburg, 1992, S. 28). So entstanden zwischen 1933 und 1945 im Berliner Atelier Tiere wie Adler, Bären und die Löwengruppe, welche auch als „Löwin mit Jungem“ (Postkarte des Hauses der Deutschen Kunst) bekannt ist. Es sind stolze und starke Vertreter des Tierreichs, die mitunter auf den „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ 1939, 1941 und 1943 im Haus der Deutschen Kunst ausgestellt wurden. Darüber hinaus schuf Haffenrichter Schwertträger und Büsten von Adolf Hitler und Hermann Göring, die auch als Postkartenmotive Verbreitung fanden. Der Künstler arrangierte sich mit dem Regime der NSDAP, trat dieser aber nicht bei. Nach dem Ende des Krieges nahm er seine Lehrtätigkeit wieder auf und widmete sich erneut der abstrakten Malerei; seine Bilder zeichnen sich durch ein Interesse an naturwissenschaftlichen Themen und anthroposophischen Ideen aus. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz