Logo

Äthiopische Lederrolle mit magischen Texten und Darstellungen

Ident. Nr.: P 30500

ObjID: obj:1428245

Details (Expert)

Datierung
19. Jh. n. Chr.
Abweichende Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. n. Chr.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Äthiopische Lederrolle mit magischen Texten und Darstellungen
Übersetzung: Ethiopic leather roll with magic texts and depictions
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16,5 x 185,5 x 0,04 cm
Rahmenmaß: 50 x 16,5 x 3,5 cm
Länge x Breite: 186 x 16,5 cm (lt. Inv.)

Objektbeschreibung

Aus dem 19. Jahrhundert nach Christus datiert diese Zauberrolle aus Leder. Sie ist in altäthiopischer Sprache und Schrift geschrieben und 1,85 m lang. Es gibt viele solcher äthiopischen Zauberrollen mit entsprechenden magischen Darstellungen. Ob diese aus Ägypten stammt, ist fraglich, auch wenn es durchaus äthiopische Klöster in Ägypten gibt. "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes - Ein Gott" lautet die einleitende Formel. Es folgt der Titel des Textes: ,Die Namen Salomos wie er die Dämonen fing mit dem Fischnetz des Meeres …' Dieser Text ist besser bekannt unter dem Namen ,Salomons Netz'.
V. Lepper

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper