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Aktionseinheit

Ident. Nr.: ohne Inv.-Nr.

ObjID: obj:1428630

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Duda (30.1.1904 - 13.7.1991),
Künstler*in
Datierung
um 1950
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 98,5 x 75 cm
Erwerbung
Seit 1963 Depositum in der Nationalgalerie (Ost)

Objektbeschreibung

Seit 1963 befindet sich Dudas Bild „Aktionseinheit“ in der Nationalgalerie, es kann nur schätzungsweise auf die Zeit um 1950 datiert werden. Der Titel geht auf den Aufruf zurück, den zwei Arbeiter mit Pinsel und heller Farbe auf eine rote Backsteinmauer malen. Über die genauen Hintergründe des Bildes ist nichts bekannt. Klar ist jedoch, dass es vom Ministerium für Kultur der DDR zusammen mit Dutzenden weiteren Leinwänden in der Nationalgalerie auf der Museumsinsel eingelagert wurde (SMB-ZA, I/NG 1353, Bl. 159–161). Die Werke wurden danach weder ausgestellt noch publiziert, und das Ministerium verlangte sie nie zurück. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein Bild, das im Auftrag des Kulturfonds der DDR entstand oder von diesem angekauft wurde. Anfang der 1950er-Jahre hatte sich der Kulturfonds um Werke bemüht, die für Ausstellungen in der DDR und weiteren sozialistischen Staaten geeignet schienen, um den politischen und sozialen Aufbau mit künstlerischen Mitteln zu begleiten. Stilistisch und methodisch sollte der Sozialistische Realismus in der Kunst durchgesetzt werden; viele Werke aus der Zeit galten bei den Entscheidungsträger*innen jedoch als unterkomplex oder ästhetisch unzureichend. „Aktionseinheit“ ist, inhaltlich wie auch in der eher naiven, einfachen Ausführung, dieser Phase zuzuordnen. Werke wie diese wurden nicht der Nationalgalerie geschenkt oder zu Ausstellungszwecken geliehen, sondern sie waren nicht (mehr) vom Staat erwünscht und sollten untergebracht werden. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz