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Relieftafel mit der Kreuzigung Christi

Ident. Nr.: 2393

ObjID: obj:1434847

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 10. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17,8 x 14,8 x 0,9 cm
Gewicht: 264 g

Objektbeschreibung

Die Bildtafel wird von einer einfachen Randleiste gerahmt. Dargestellt ist die Kreuzigung Christi, die von einem durchbrochenen Baldachin auf zwei spiralig gedrehten Säulen bekrönt wird. Das Baldachindach ist zum Teil weggebrochen. Christus ist mit ausgebreiteten Armen an das Kreuz genagelt. Seine Füße stehen nebeneinander auf einer Fußstütze. Bekleidet ist er mit einem Lendentuch, seinen Kopf umfängt ein Nimbus. Der Gekreuzigte neigt den Kopf seiner Mutter Maria zu, die vom Betrachter aus links unter dem Kreuz steht. Sie führt einen Gewandzipfel an ihr Gesicht, um ihre Tränen zu trocknen. Ihr entspricht auf der rechten Seite der Apostel Johannes, der seine linke Hand trauernd an die Wange legt. Im linken Arm hält er ein Buch. Über den Kreuzarmen weisen zwei Engel, im Brustbild wiedergegeben, mit verhüllten Händen auf den Gekreuzigten. Darüber, auf Höhe einer am Kreuz angebrachten Inschrifttafel, erscheinen Sonne (in Sternform) und Mondsiche, um die kosmische Dimension des Kreuzestodes Christi anzudeuten. Zu Füßen von Johannes kniet ein Bischof, gekleidet in Chiton, Himation und Omophorion. Er kniet sich verneigend vor Christus (Proskynese) und bringt ihm ein Buch dar. Dadurch ist er als Stifter der Tafel gekennzeichnet.
Die Tatsache, dass der Stifter ein Buch darbringt, legt nahe, dass die Tafel Teil eines Buchdeckels war. An der Johannesfigur und der Architektur ließen sich geringe Spuren alter Bemalung sowie alter Vergoldung nachweisen. Sicher war auch die Inschrifttafel des Kreuzesd mit Farbe beschriftet.

Letzte Aktualisierung: 22.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.