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Hälfte einer Gussform mit Antilope

Ident. Nr.: 4167

ObjID: obj:1435768

Details (Expert)

Datierung
7./8. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 7,5 x 9,2 x 2,9 cm
Erwerbung
1900/1901 durch Josef Strzygowski in Kairo von Daniel Marie Fouquet erworben.

Objektbeschreibung

An der rechteckigen Gussformhälfte sind die oberen beiden Kanten weg gebrochen. Hier ragen zwei Stiftreste empor, an denen die zweite Formhälfte befestigt gewesen sein wird. Wahrscheinlich diente die Gussform zur Herstellung von Zierbeschlägen.
Auf dem Reliefnegativ ist links ein steinbockartiges Tier mit erhobenem Kopf zu erkennen. Seine mächtigen Hörner biegen sich nach oben, der Kopf wird von einem großen Auge dominiert. Über den Körper breitet sich ein Rautenmuster aus, das im Bereich von Schulter und Hinterlauf jeweils von einer Wirbelrosette unterbrochen wird. Die Beine des Tieres dienten als Steigkanäle für das Gußmetall. Rechts ist die Form eines Doppelkamms mit einer weiteren und einer engeren Zahnreihe erhalten. Das Mittelstück des Kamms zieren zweireihig angeordnete Kreis-Punkt-Motive und Rauten (Kreis-Punkt-Motive vgl. Kämme Inv.18/83-21/83). In das Mittelstück mündet ein trichterförmiger Steigkanal. Oberhalb von Tier und Kamm sitzt eine schaufelartige Form. Kreis-Punkt-Motive überziehen Schaufelblatt und Stiel.
Die auffallend geometrisch verlaufenden Einkerbungen an den Außenrändern der Gussform könnten auf Drähte hindeuten, die nach dem Aufeinanderklappen der Formhälften als zusätzlicher Verschluss um sie herum gelegt wurden.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)