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Grabrelief des Arztes Johannes

Ident. Nr.: 1796

ObjID: obj:1436747

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 4. Jahrhundert
Weitere Titel
Sammlungstitel: Grabrelief des Arztes Johannes
Mosesrelief
Geografische Bezüge
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 107,5 x 91,5 x 14 cm
Gewicht: ca. 160 kg
Erwerbung
1891 aus Konstantinopel erworben

Objektbeschreibung

Das Relief gehört zur Gruppe der »Scheinsarkophage«, die nur aus einer Frontplatte bestanden und dem Grab vorgeblendet waren. Sie stammen überwiegend aus Grabanlagen im Bereich der Theodosianischen Landmauer von Konstantinopel. Erhalten ist das linke von drei Bildfeldern. Im Giebel flankieren zwei Pfauen ein Kreuz. Auf dem Architrav ist der Rest einer griechischen Inschrift für einen Arzt Johannes erhalten. Im Bildfeld wird in zwei ineinander verschränkten Episoden die Berufung des Moses am Horeb oder die Gesetzesübergabe auf dem Sinai geschildert: Die fliehende Gestalt links ist Moses, der sich zunächst weigert, den Auftrag Gottes anzunehmen. Rechts empfängt Moses mit gebeugten Knien und vom Mantel verhüllten Händen aus der Gotteshand eine Schriftrolle. Das Bergmassiv in der rechten unteren Bildecke deutet den Ort des Geschehens an. Die Darstellung folgt dem höfischen Zeremoniell: Wie ein Beamter aus der Hand des Kaisers nimmt Moses zum Zeichen seiner Berufung die Rolle aus der Gotteshand entgegen.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)