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Torso einer Kaiserstatue

Ident. Nr.: 6128

ObjID: obj:1437085

Details (Expert)

Datierung
Datierung: 4. Jahrhundert
Material / Technik
Porphyr
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 96 x 45 x 36 cm
Gewicht: 236 kg

Objektbeschreibung

Ganz in römischer Tradition steht der wenig unterlebensgroße Torso einer Kaiserstatue aus Porphyr. Dieses purpurfarbene Gestein wurde am Mons Porphyrites nahe dem Roten Meer gebrochen und war in der Spätantike der imperialen Repräsentation vorbehalten. Mehrere Statuen verwandten Typs, jedoch in einem deutlich härteren Stil ausgeführt, stammen aus der Zeit Diokletians und seiner Mitregenten im ausgehenden 3. Jahrhundert. Abgesehen vom Material weisen Tracht und Haltung den Dargestellten als Angehörigen des Kaiserhauses aus. Der weichere Figurenstil ist typisch für die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts, die Zeit Konstantins des Großen und seiner Söhne. Der Dargestellte trägt die Soldatentracht, bestehend aus einer Tunika, einem kurzen, auf der rechten Schulter mit einer verzierten Fibel gehaltenen Mantel und einen breiten Gürtel. Die rechte Hand greift nach einem Schwert, das durch einen Riemen gestützt wird.

Der Torso wurde 1896 auf dem Gelände des deutschen Konsulats in Alexandria gefunden und 1908 über das Auswärtige Amt nach Berlin vermittelt. 1973 wurde bei Kom el-Dikka, unweit des Fundplatzes des Torsos eine Porphyrplinthe mit zwei Füßen gefunden. Der Ausgräber Zoltan Kiss vermutet, dass sie zum Berliner Torso gehört. Die Oberfläche der Plinthe ist jedoch gegenüber der polierten des Torsos deutlich matter. Sie könnte also auch von einer anderen Statue stammen.

 


Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)