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Relieftafel mit dem Hl. Therapon

Ident. Nr.: 583

ObjID: obj:1437489

Details (Expert)

Datierung
11./12. Jahrhundert
Material / Technik
Steatit
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9 x 3,2 x 0,6 cm
Gewicht: 23,02 g
Erwerbung
1835 aus der Sammlung Nagler, Regensburg, für die Kunstkammer erworbern; 1887 von der Kunstkammer überwiesen

Objektbeschreibung

Das Ikonentäfelchen aus Speckstein ist als Flachrelief ausgearbeitet. Es handelt sich um ein gerahmtes, hochreckeckiges Täfelchen, das Reste einer früheren Vergoldung aufweist. Inmitten der Figur gab es ein Loch, welches jedoch ausgefüllt wurde. Dargestellt ist in Frontalansicht der Heilige Therapon, der stehend, mit ganzem Körper, kurzen Haaren und Spitzbart wiedergegeben ist. Es gibt keine Standfläche. Er ist in einen langen Chiton und einen Mantel eingehüllt und mit einem ornamentierten Nimbus versehen. Der Mantel ist vor der Brust fixiert. In seiner rechten Hand hält er ein Kreuz, seine linke erhebt sich mit offener Handfläche vor die Brust. Als den Heiligen Therapon kann der Dargestellte aufgrund einer Inschrift, die rechts und links von seinem Nimbus senkrecht hinab geschrieben wird, angesprochen werden, OA ΘEPA ist rechts von ihm und ΠON links von ihm zu sehen.
Auf der Rückseite wurde eine Inschrift in roter Tinte auf Papier geschrieben, angeklebt. Inventum in agro Sanct - Emeramiano iuxta Ratisbona Anno 1773. Quam murium ingens copia omnem late agrum devastavit. Diese besagt, dass das Täfelchen im Jahre 1773 bei einem heiligen Acker in Regensburg gefunden wurde.

Letzte Aktualisierung: 24.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.