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Relieftafel mit Christusszenen

Ident. Nr.: 2719

ObjID: obj:1437500

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 1. Drittel 5. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 20,1 x 8,1 x 0,85 cm
Gewicht: 137,7 g
Erwerbung
1902 erworben von Julius Böhler, München, aus der Sammlung Mallet, Amiens

Objektbeschreibung

Der Seitenstreifen gehörte zu einer aus fünf Teilen zusammengesetzten Tafel, deren einzelne Platten durch Nuten und Federn miteinander verbunden waren. Zwei solcher Tafelkompositionen von etwa 38 x 28 cm oder ähnlichen Maßen sind mehrfach als Vorder- oder Rückendeckel liturgischer Handschriften erhalten, was wohl auch ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung entspricht. Jedenfalls bedurfte die Art der Montage einer festen Unterlage. Im Unterschied zu den aufklappbaren, aus zwei Elfenbeinplatten bestehenden und mit einem Scharnier verbundenen Diptychen zeichnen sich die fünfteiligen Tafeln durch komplexe Bildprogramme aus, in denen zahlreiche Darstellungen aus der Lebensgeschichte Christi die Mitteltafeln mit Christus und Maria oder szenischen bzw. allegorischen Darstellungen umgeben. Auf dem Berliner Randstreifen ist oben der Kindermord von Bethlehem dargestellt. Herodes sitzt auf einem Thron, vor ihm liegt ein getötetes Kind. Ein Diener ist im Begriff, einen weiteren Säugling am Boden zu zerschmettern. Links folgen zwei wehklagende Mütter. Im mittleren Bild steht Christus in einer Felslandschaft im Jordan, während Johannes – hier als Hirte mit Krummstab – an ihm die Taufe vollzieht. Von oben naht die Taube, die den Hl. Geist auf den Täufling ausgießt. Im unteren Bild mit dem Weinwunder von Kana nimmt Christus die Mitte ein, begleitet von einem Jünger. Beide sind durch Schriftrollen als Philosophen gekennzeichnet. Ein Diener gießt Wasser in eines der vier am Boden stehenden Gefäße. Jedes der vertieften Bildfelder wird von einem Rahmen aus Eier- und Perlstab umgeben. Der Perlstab am rechten Außenrand lief an allen vier Seiten der Tafel um. Vermutlich gehörte zum selben Tafelpaar ein Seitenstreifen im Louvre mit Darstellungen der Heilung der Blutflüssigen, der Heilung des Gichtbrüchigen und der Dämonenaustreibung von Gerasa. Die Maße, die Einrahmung der einzelnen Bilder und der Stil stimmen mit dem Berliner Stück überein. Ein oberer Querstreifen in Nevers mit Geburt Christi und Magierhuldigung kann wahrscheinlich mit diesem oder einem gleichartigen Tafelpaar verbunden werden.
(Arne Effenberger)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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