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Bekrönung einer Nische

Ident. Nr.: 4452

ObjID: obj:1438602

Details (Expert)

Datierung
4. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite: 39 x 91 cm
Gewicht: 128,2 kg

Objektbeschreibung

Die Nischenbekrönung stammt vermutlich von einem Grabbau. Die Form des Giebels ist von zahlreichen Beispielen aus dem spätantiken Ägypten bekannt. Die architektonische Struktur der Vorbilder wurde weitgehend in ein Flächenmotiv mit scheinbar perspektivischer Wirkung umgewandelt. Das eigentliche Bogenfeld ist mit einer Muschel gefüllt, die von zwei nackten Flügelknaben emporgehoben wird. Die beiden Eroten, deren Haar aus zwei Reihen perlenförmiger Löckchen besteht, knien in grotesker Weise auf den Rücken großer Seeungeheuer.
Im Innern der Muschel ist der Kopf einer Frau zu sehen. Es könnte ein idealisiertes Bildnis der Verstorbenen sein, geschaffen in Anlehnung an Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Schönheit. Nach antiker Mythologie ist Aphrodite bei ihrer Geburt aus dem Meer gestiegen, was ihr den Beinamen „die Schaumgeborene“ einbrachte. Gewöhnlich zeigte man Aphrodite gerne in ihrer ganzen körperlichen Schönheit. Aufgrund der Tatsache, dass hier nur das Haupt wiedergegeben ist, darf man annehmen, dass hier die Verstorbene selbst gemeint ist.
Das Thema der Aphroditegeburt war in der noch lange heidnisch geprägten Grabkunst Ägyptens sehr beliebt und galt als Sinnbild der erhofften Wiedergeburt. Das am Bogenrand und den seitlichen Spitzen umlaufende Gesims besteht aus Konsolen, die Zwischenräume sind mit Rosetten, Kreuzblüten und Blattwedeln gefüllt und unterhalb verläuft ein Perlstab.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)