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Armreif mit Monogrammkapsel

Ident. Nr.: 4926

ObjID: obj:1440381

Details (Expert)

Datierung
5./6. Jahrhundert
Material / Technik
Gold mit Nielloeinlagen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 6,2 x 6,1 x 2,4 cm

Objektbeschreibung

Die Spange des kostbaren Schmuckstückes setzt sich aus drei Abschnitten zusammen. Sie bestehen jeweils aus zwei Rundstäben, die durch drei Plättchen in Rosettenform miteinander verbunden sind. Der hintere Abschnitt kann mit Hilfe zweier Scharniere geöffnet werden. Die beiden vorderen Abschnitte werden durch eine voluminöse Kapsel miteinander verbunden. Auf sechseckiger Grundplatte trägt sie einen hohen runden Aufsatz. Auf ihm ist ein Monogramm in Niellotechnik ausgeführt, das von einem stilisierten Lorbeerkranz und einem Wellenornament umgeben wird.
Die erkennbaren Buchstaben des Monogramms könnten zu dem Namen "Myras" zusammengesetzt werden, doch ist die Lesung nicht gesichert. So kennen wir den Besitzer nicht, doch sprechen Qualität und Materialwert für die Herkunft aus einer vornehmen und wohlhabenden Familie. Das Stück stammt aus dem Umkreis einer Gruppe von Ringen und Armreifen, von denen zwei wahrscheinlich in Syrien gefunden wurden. Möglicherweise wurde die ganze Gruppe dort produziert. Ein direktes Gegenstück, das 1908 gleichzeitig zum Verkauf stand, befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)