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Kästchen mit der Göttin Isis und Fruchtbarkeitsszenen

Ident. Nr.: 4135

ObjID: obj:1440451

Details (Expert)

Datierung
geschätztes Datum: 2.-4. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13 x 16 x 18 cm
Gewicht: 5,82 kg

Objektbeschreibung

Das rechteckige Steinobjekt war vermutlich ein Untersatz und weist im Inneren eine quadratische Vertiefung auf, in die ein Zapfen eines Gerätes eingesetzt werden konnte. Die Außenseiten sind mit Reliefs geschmückt, die mit dem Isiskult und dem Fruchtbarkeitszauber in Beziehung stehen. – Seite A: Nach rechts schreitender Knabe, Girlanden an einem geschulterten Querholz tragend; rechts ein großer Vogel, darüber ein Korb. – Seite B: Nackte Tänzerin mit Krotalen in den erhobenen Händen, daneben ein erhöht sitzender Jüngling mit Fußbank, der den Doppelaulos bläst; links außen eine große Spitzamphora in einem Gestell und eine geschnürte Korngabe. – Seite C: Links ein nackter, geflügelter Genius, der die Kithara spielt; rechts ein Schrein mit dem Oberteil der Göttin Isis, identifiziert durch Hörnerkrone und Sonnenscheibe, in der erhobenen Rechten eine Blüte, auf der Linken ein Vogel. – Seite D: Drei Gruppen beim Liebesakt, darüber eine Truhe.

Letzte Aktualisierung: 09.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM