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Fries mit Tyche oder Personifikation einer Stadt

Ident. Nr.: 4453

ObjID: obj:1440452

Details (Expert)

Datierung
5. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite: 33 x 281 cm (Gesamtmaß)
Breite x Tiefe: 51,5 x 18 cm (Teil A)
Breite x Tiefe: 55,5 x 28 cm (Teil B)
Breite x Tiefe: 52,5 x 26 cm (Teil C)
Breite x Tiefe: 59,5 x 22 cm (Teil D)
Breite x Tiefe: 61,5 x 22 cm (Teil E)

Objektbeschreibung

Von dem Fries haben sich fünf Blöcke erhalten, die aufgrund ihrer Maße und Thematik wahrscheinlich zu einem größeren Profanbau gehört haben. Auf dem einstigen Mittelblock halten zwei fliegende Eroten einen Kranz, der aus gezahnten Blättern besteht und von dem zwei eingerollte Kranzbänder herabhängen. Er umschließt den frontal dargestellten Kopf einer Schutzgöttin (Tyche) oder Personifikation einer Stadt, die trotz schwerer Beschädigungen am Attribut der Mauerkrone auf dem Haupt zu erkennen ist.
Die übrigen Friesblöcke schmückt eine fortlaufende Akanthusranke, die runde Rankenmedaillons bildet, von der sich geschwungene Blattwedel wirbelnd ausbreiten. Zwischen den Blättern werden die Vorderteile (Protome) springender Tiere sichtbar, die zur Friesmitte ausgerichtet sind. Zwei der Medaillons enthalten Profilköpfe, die von der Mitte wegblicken. Von links nach rechts sind eine Antilope (?), ein Hirsch, ein Frauenkopf, ein Hund, ein Stier, ein Frauenkopf und eine Antilope erkennbar. Entlang der unteren Kante des Frieses verläuft ein Eierstab, der von Dreiblättern unterbrochen wird.
Von Tierprotomen bevölkerte Rankenfriese sind ein im Hellenismus aufkommendes Motiv, das in der römischen Kaiserzeit weit verbreitet war. Aufgrund des Stiles der Akanthusblätter und Figuren kann die Arbeit jedoch in das 5. Jahrhundert datiert werden.

Letzte Aktualisierung: 31.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)