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Brüstung eines Ambon

Ident. Nr.: 3239

ObjID: obj:1441181

Details (Expert)

Beteiligte
Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Vermittler*in
Datierung
Datierung: 6. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 73 x 135 x 32 cm
Gewicht: 265 kg
Erwerbung
1902 durch die Vermittlung Theodor Wiegands in Nikaia (heute Iznik) erworben.

Objektbeschreibung

Das Stück ist die Brüstungsplatte eines Ambon, wie die Kanzel im frühchristlichen Kirchengebäude heißt. Zwei von ansteigenden Wangen flankierte Treppen führten beiderseits auf eine runde Plattform, die vorne und hinten durch gewölbte Brüstungsplatten gesichert wurde. Der Reliefschmuck der Wölbung besteht aus mehrschichtig profilierten Rauten und Dreiecken. Daran schließt beiderseits ein lateinisches Kreuz auf einem Himmelsglobus an. Stil, Aufteilung und Einzelmotive sind typisch für Ambonen des 6. Jahrhunderts, die in den Werkstätten Konstantinopels serienmäßig gearbeitet und ins ganze Mittelmeergebiet verschifft wurden.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Allegorie des Wahnsinns

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Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.