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Seitenteil eines Kastens mit Szenen aus der Josephsgeschichte

Ident. Nr.: 569

ObjID: obj:1441516

Details (Expert)

Datierung
12. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 7,4 x 20,3 x 0,58 cm
Gewicht: 83,07 g
Erwerbung
1875 von der Kunstkammer überwiesen, für die Kunstkammer 1854 erworben

Objektbeschreibung

Das Relief ist eines von zweien, die einst zur Wandung eines Kastens gehörten. Es zeigt eine Szene aus der Kindheit des Patriarchen Joseph, wie sie im Alten Testament geschildert wird. Die auf diesem Seitenteil abgebildete Szene ist links beschnitten. Inmitten einer Gruppe steht Joseph mit gebieterischer Gebärde seiner Rechten. Als Zeichen seines hohen Ranges, zu dem er durch die Gunst des Pharaos in Ägypten aufgestiegen war, trägt er eine Krone und herrscherliche Gewänder. Er lässt Säcke mit Getreide füllen, um sie auf die bereit stehenden Ochsen und Kamele zu verladen. Rechts außen ist die Wiederbegegnung von Joseph und seinem Vater Jakob dargestellt, in Gegenwart zweier Brüder, von denen der linke aus Verschämtheit sein Gewand rafft. Die alttestamentliche Erzählung von Joseph und seinen Brüdern war in der spätantiken und byzantinischen Kunst wegen ihrer romanhaften Spannung sehr beliebt. Das zweite, zugehörige Relief ist im Museum für Byzantinische Kunst unter der Inventarnummer 568 inventarisiert.

Letzte Aktualisierung: 16.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.