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Relieftafel mit der Einführung Marias in den Tempel

Ident. Nr.: 2551

ObjID: obj:1441528

Details (Expert)

Datierung
10. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 15 x 13,2 x 1,5 cm

Objektbeschreibung

Das Relief, dessen Oberfläche recht abgenutzt ist, gehörte wohl zu einer größeren Komposition, in der entweder Szenen aus dem Leben Marias oder aus dem Festbildzyklus miteinander verbunden waren (vgl. Inv. 2721). Dargestellt sind zwei Episoden aus der Kindheitsgeschichte Marias, die dem apokryphen Protoevangelium des Jakobus entnommen sind. Neben den vier Evangelisten bildeten die von der Kirche abgelehnten Apokryphen die wichtigsten Quellen für Darstellungen der Kindheits- und Lebensgeschichte Marias.
Ein Zug von neun Kindern, von denen drei Fackeln tragen, geleitet die Jungfrau in den Tempel, wo sie als Auserwählte ihren Dienst verrichten sollte. Eine mehrfach gestufte Architektur deutet den Tempel an, vor dessen Pforte der Hohepriester das Kind mit ausgestreckten Armen empfängt. Links außen stehen ihre Eltern Joachim und Anna einander zugewandt im Gespräch. Rechts oben sitzt Maria unter einem Baldachin auf den Stufen des Tempels und empfängt von einem Engel (abgebrochen) Nahrung. Die eingravierte griechische Beischrift »Das Allerheiligste« kennzeichnet den Ort des Geschehens.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)