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Zweizoniges Kapitell mit Adlern auf den Ecken

Ident. Nr.: 3237

ObjID: obj:1442250

Details (Expert)

Beteiligte
ungesichert: Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Vermittler*in
Datierung
2. Hälfte 5. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: max. 58,6 x 74,2 x 76,8 cm
Erwerbung
1902 vermutlich durch Theodor Wiegand in Konstantinopel erworben.

Objektbeschreibung

Bis zum Erwerb für das Museum im Jahr 1902 war das Kapitell in Konstantinopel in Ruinen am Marmarameer verbaut, die damals als Reste des Hormisdaspalastes, im Umkreis der Kirche der hll. Sergios und Bakchos gedeutet wurden. Über dem mit Perl- und Blattstab verzierten Halsring weist es zwei Zonen auf, eine untere mit einem Kranz von acht Doppelblättern von feingezahntem Akanthus und eine obere mit Adlern an den Ecken. Die Vögel stehen auf den Blättern der unteren Zone. Den Raum zwischen den ausgebreiteten Flügeln je zweier benachbarter Vögel nimmt ein Blattkelch ein. Die profilierte, eingezogene Abakusplatte mit dem blattbesetzten Knauf liegt auf den Blattkelchen und den Vogelköpfen auf. Beine und Köpfe der Vögel sind weitgehend weggebrochen.
»Zweizonen-Tier-Kapitelle« mit Blattkranz in der unteren, Vögeln oder Tierprotomen in der oberen Zone treten erstmals in der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts auf. Der Stil der Doppelblätter und die Kombination von Perl- und Blattstab auf dem Halsring stehen den Kapitellen der von Johannes Studios bald nach der Mitte des 5. Jahrhunderts gestifteten Johanneskirche in Konstantinopel und der großen Basilika von Lechaion in Korinth nahe, wodurch eine Datierung in die 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts nahe gelegt wird.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)