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Kämpfer mit doppeltem Akanthus auf den Ecken und Medaillons in den Seitenmitten

Ident. Nr.: 3226

ObjID: obj:1442270

Details (Expert)

Beteiligte
ungesichert: Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Vermittler*in
Datierung
2. Hälfte 5. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: max. 46 x 87,6 x 108,5 cm
Erwerbung
1901 vermutlich durch Theodor Wiegand in Konstantinopel erworben.

Objektbeschreibung

Das Bauglied diente entweder als Kapitell eines Pfeilers oder als Kämpfer. Vom glatten unteren Rand kragen die Seitenflächen zur wellenrankenverzierten Deckplatte vor. Feingezahnte Doppelblätter sitzen auf den Ecken, auf der Hauptseite liegen zwei Blätter mit kleingezacktem Akanthus mit den äußeren Blatthälften auf dem Grund auf, während sich die inneren gemeinsam zu einer Medaillonform aufwölben. Auch wenn das à jour gearbeitete Medaillon fast völlig weggebrochen ist, kann in Analogie zu ähnlichen Kapitellen an dieser Stelle ein Kreuz oder Monogramm im Blattwerk rekonstruiert werden. Glatte senkrechte Stege im Blattschmuck der Nebenseiten dienten dem Einpassen in eine verschließbare Öffnung. Das Inventar gibt als Herkunft die Johanneskirche des Studios in Konstantinopel an, die in den Jahren nach 450 errichtet wurde. Die Frage, ob das Stück zu dessen ursprünglicher Ausstattung oder zu Um- und Anbauten der Zeit um 470/480 gehört, wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Eine Entstehung in der 2, Hälfte des 5. Jahrhunderts ist jedoch auf Grund des Stiles der Ornamentik sicher.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM