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Friesblock: Daniel in der Löwengrube

Ident. Nr.: 6141

ObjID: obj:1442524

Details (Expert)

Datierung
Datierung: 6./7. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24 x 55,5 x 9,5 cm

Objektbeschreibung

Rechts steht Daniel in der durch einen Mauerring angedeuteten Löwengrube. Er ist – wie zumeist in der frühchristlichen Kunst – mit der persischen Tracht bekleidet. Diese besteht aus der phrygischen Mütze, der gegürteten Tunika, die einen Kolpos (Bausch) bildet und zwischen den Beinen durchgezogen ist, dem Reitermäntelchen und der gemusterten Hose. Originell ist hier die Bildung der beiden Daniel bedrohenden Löwen. Der rechte hockt sprungbereit in der Grube, der linke ist im Begriff, von der Mauer in die Grube herab zu springen. Von links naht der Prophet Habakuk, um Daniel Speisen – wohl einen runden Brotlaib, den er in seinem linken hält – zu bringen. Nach dem alttestamentlichen Bericht (Daniel 6) war der Prophet Daniel unter dem Perserkönig Dareios zu höchsten Würden emporgestiegen. Neidische Minister überredeten den König, Daniel, der trotz des königlichen Gebotes vom jüdischen Glauben nicht ablassen wollte, in eine Löwengrube zu werfen, doch bewahrte ihn sein Gott auf wunderbare Weise vor dem Tode. Die Hinzufügung des Propheten Habakuk geht auf einen Bericht zurück, der sich nur in der griechischen Übersetzung des alten Testaments, der Septuaginta (Daniel 14, 33), findet. In der frühchristlichen Kunst galt Daniel als Sinnbild der Standhaftigkeit und der erhofften Errettung aus dem Tode kraft des unerschütterlichen Glaubens an den einen Gott, der die Toten zum wahren Leben empor führen wird.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)