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Akanthuskapitell

Ident. Nr.: 4472

ObjID: obj:1442539

Details (Expert)

Datierung
5./6. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Ägypten
Material / Technik
Sandstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 55 x 67 x 67 cm (Durchmesser unten: 41 cm)

Objektbeschreibung

Das Stück baut auf dem Formenapparat des korinthischen Kapitells auf, bildet dessen Einzelformen aber zum Teil ornamental um. Der korinthischen Ordnung entsprechend weist es zwei versetzt übereinander angeordnete Blattkränze mit überfallenden Blattspitzen auf. Zwischen den Blättern des oberen Kranzes ragen Hüllkelche auf, aus denen Voluten aufwachsen. Sie enden unter der eingezogenen Deckplatte.
Vom korinthischen Kanon abweichend stehen an Stelle einiger Kranzblätter geometrische Ornamente, mit Rosetten und Swastiken gefüllte Quadrate oder symmetrisch im Halbkreis geführte Leisten zuseiten der mittleren Blattrippe, die je eine halbe Blüte umschließen. Die seitlichen Blattlappen der Hochblätter sind größtenteils durch Wellenranken mit knolligen Früchten ersetzt.
Nach Josef Strzygowski, der das Kapitell im Winter 1900/1901 in Ägypten für die Berliner Museen erwarb, stammt das Kapitell möglicherweise aus Assuan, doch bereits in seiner Erwerbungsliste ist die Herkunftsangabe mit einem Fragezeichen versehen. Wahrscheinlich handelt es sich um die – oft unzuverlässige – Angabe eines Händlers.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.