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Christus Salvator

Ident. Nr.: 7713

ObjID: obj:1481283

Details (Expert)

Beteiligte
Francois van Loo (1581 - 1658)
Datierung
um 1640
Systematik/Art
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16 x 6,6 x 4,4 cm

Objektbeschreibung

Der in auffallend engem Kontrapost stehende Heiland trägt über ein langärmeliges, gegürtetes Gewand einen weiten, bis auf den Boden fallenden Mantel. Die heute fehlende Rechte war im Segensgestus vorgestreckt; die Linke hält eine große Weltkugel vor der Hüfte, wohin das Manteltuch gerafft ist, welches auf seiner rechten Seite einen großen Faltenbausch bildet. Sein Kopf mit dem langen, welligen Haar fällt in Locken über Rücken und Schultern. Sein gesenkter Blick meditiert über die Weltkugel in seiner Linken.
Die Statuette steht auf einer aus dem selben Stück geschnitzten runden Bodensockelplatte, auf dessen Vorderseite in erhaben geschnittenen Kapitälchen "Salvator" - der Erlöser - geschrieben steht. Zu dieser Figur gehören noch 12 Apostelstatuetten, von denen zwei weitere, die Heiligen Jacobus d. Ä.(Inv. 7714) und Philippus (Inv. 7715) sich ebenfalls in der Skulpturensammlung befinden. Ferner haben sich aus dieser Serie noch ein Heiliger Bartholomäus in Szépmüvésti Múzeum in Budapest erhalten sowie die Heiligen Simon und Matthias im Victoria & Albert Museum in London.
Aufgrund der jeweils an der Unterseite eingeritzten Initialen "vFL - bei der Christusfigur mit ausgeschriebenem nachnamen "vFLoo" - konnte der Schöpfer dieser Werke leicht als der flämische Bildhauer und Bildschnitzer Frans, oder auch unter den Namen Francis oder Francois bekannte van Loo identifiziert werden.
Durch eine unlängst aufgetauchte Fotografie mit 10 weiteren Apostelfiguren ist eine zweite Serie des Künstlers bezeugt.
Frans van Loo war zwischen 1607 und 1654 durchweg in seiner Heimatstadt Mechelen tätig, Wie auch andere Künstler seiner Generation - hier seien nur die Bildhauer Artus Quellinus d. Ä. (1609-1668) und der in Augsburg und Antwerpen tätige Georg Petel (1601/02-1634) erwähnt -, stand auch van Loo unter dem unmittelbaren Einfluss des flämischen Malers Peter Paul Rubens (1577-1640). Dieser hatte in den Jahren 1618/19 im Auftrag der Mechelner Fischergilde für deren Altar in der Kirche Notre-Dame-au-delà-de-la-Dyle das Triptycon mit der "Darstellung des wunderbaren Fischzugs Petri" ausgeführt. Die Monumentalität und die physische Präsenz der dort dargestellten Figuren sollten sich auf die Bildwerke van Loos stilbildend auswirken - insbesondere jedoch die der Heiligendarstellungen auf den Seitentafeln.
Sicherlich sind die Statuetten van Loos in Anlehnung an großformatige Apostelzyklen entstanden, wie sie seit dem Mittelalter häufig an Säulen oder Pfeilern im Kircheninnern anzutreffen sind. Die Berliner Statuetten dürfen aufgrund ihrer wesentlich kleineren Dimensionen jedoch vielmehr im Zusammenhang eines Altares gesehen werden, wo sie vermutlich - Christus flankierend - in einer Predella Aufstellung fanden. Aufgrund ihrer feinen Ausarbeitung, die sich nicht nur in der virtuosen Darstellung der Gewänder zeigt, sondern auch in der individuellen Gestaltung der Gesichter mit ihren Glasaugen äußert, besitzen alle Statuetten van Loos eine Lebendigkeit des Ausdrucks, die den großformatigen Apostelzyklen in nichts nachstehen.

Hans-Ulrich Kessler

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.