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Gebetbuch-Illustrationen ohne Text (ausgeschnitten und aufgeklebt)

Ident. Nr.: 78 B 13

ObjID: obj:1490208

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Simon Marmion (1420 - 25.12.1489),
Maler*in
andere Zuschreibung: Meister der Maria von Burgund (1480),
Buchmaler*in
Datierung
Herstellung: um 1480
Abmessungen
Blattmaß: 17,2 x 11,5 cm

Objektbeschreibung

Georges Hulin de Loo ist die Erkenntnis zu danken, daß die im Album vereinigten zwanzig Miniaturen aus einem heute in Madrid, Biblioteca Nacional, Vit. 25-5, bewahrten Stundenbuch stammen, das die Devise »voustre demeure« auf verschiedenen Bordüren enthält. Maße, wie motivische und stilistische Übereinstimmungen und entsprechende Rahmendekorationen unterstützen seine Beobachtung. Sie wird bestätigt durch den Hinweis von Lieftinck, daß von den nachträglich mit Pinselgold aufgesetzten Künstlersignaturen das >L< (Lucas von Leyden) ebenso auf zwei Miniaturen der Handschrift in Madrid erscheint, während das Dürer-Monogramm nur in Berlin auftritt. Das läßt vermuten, daß die >Verfälschung< stattfand, bevor die Miniaturen ausgeschnitten wurden. Es bedurfte freilich kaum der >Aufwertung< durch die auch im Süden hochgeschätzten Künstler, um die herausragende Qualität der Miniaturen zu erkennen.
Sie zeigen alle in den 70er Jahren des 15. Jhs. entwickelte Neuerungen der flämischen Buchmalerei, die ein bisher nicht gekanntes Verhältnis von Miniatur zur Bordüre, von Figur zur Landschaft bewirkt. In den Rahmendekorationen entfaltet sich über farbigem, meist goldgetupftem Grund eine aus Naturbeobachtung und Phantasie gespeiste Vielfalt von Blumen, Akanthuszweigen, Vögeln, Insekten und anderen Motiven, deren Schatten auf den Grund fällt und so räumliche Illusion vermittelt. Die eingeschlossene Miniatur scheint im Durchblick tiefer zu liegen, zeigt räumliche Distanz. Dieser doppelte illusionistische Effekt eröffnet den Illuminatoren neue bildkünstlerische Möglichkeiten und bedingt andere Stilmittel. Als Erneuerer der flämischen Miniaturmalerei gilt der Meister der Maria von Burgund, dessen Buchgestaltung mannigfache Nachfolge in der sog. Gent-Brügger Schule gefunden hat. Neben Miniaturen von seiner Hand und von Mitarbeitern enthält das Album vier Blätter von Simon Marmion.

Text: Frauke Steenbock in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 53f., Kat. I.7 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 19.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)