Logo

Blick auf die Hängebrücke über die Menai Strait bei Bangor in Wales

Ident. Nr.: SM 12.7

ObjID: obj:1503309

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1826
Abmessungen
Blattmaß: 14,4 x 35,1 cm

Objektbeschreibung

Ein weiteres wichtiges Gebiet des innovativen Ingenieurbaus, das Schinkel auf seiner Englandreise 1826 studierte, war der Eisenbrückenbau. Der technische Fortschritt hatte Kettenbrücken von damals immenser Spannweite ermöglicht, für deren Besichtigung Schinkel und seine Reisegefährte Beuth Umwege in Kauf nahmen. Am 21. Juli erreichten sie Bangor in Wales. Dort konnten sie die gerade fertig gestellte Hängebrücke über die Menai Strait in Augenschein nehmen, die noch heute das Festland mit der Insel Anglesey verbindet. Schinkel war fasziniert: »Ich zeichne die Situation, um die Colossalität des Gegenstandes festzuhalten. Wir kehren spät ins Wirtshaus zurück. Kaufe die Beschreibung des Baues.« (Tagebuch, S. 65) Seine Eindrücke setzte er in einer Zeichnung um, die vor allem die Ausmaße der von dem ingenieurtechnischen Pionier Thomas Telford errichteten Brücke thematisiert. Wirkt der auf dem Wasser segelnde Dreimaster im Vergleich zum gewaltigen Bau bereits klein, so sind die Pferdefuhrwerke auf der Brücke kaum noch auszumachen und veranschaulichen die enormen Dimensionen der verbauten eisernen Kettenglieder und steinernen Pfeiler. Die »Colossalität« des Baus schien derart beeindruckend, dass die weltweit erste eiserne, jedoch wesentlich kleinere Brücke, die 1781 eröffnete Iron Bridge von Abraham Darby III. über den Fluß Severn in Coalbrookdale, zwar ebenfalls besucht und im Tagebuch notiert, jedoch mit keinem weiteren Kommentar versehen wurde.
Text: Nadine Rottau (2013)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)