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Felsgestade am Meer

Ident. Nr.: SM 14.40

ObjID: obj:1503432

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Ausführung: Friedrich Gilly (16.2.1772 - 3.8.1800),
Inventor*in
Datierung
Herstellung: 1800
Abmessungen
Blattmaß: 17,5 x 22,7 cm

Objektbeschreibung

Mit dem Fels im rechten Vordergrund, der als Repoussoir-Motiv in das Bild einführt, der horizontal ausgebreiteten Wasserfläche, der tief in den Hintergrund gezogenen Bergformation, den Wolken und Gegenständen wird eine komplette landschaftliche Komposition vor Augen gestellt. Die perspektivischen Erschließungsmöglichkeiten solcher Räume hatte Schinkel vor allem im Atelier von David und Friedrich Gilly sowie während seines Studiums ab 1799 an der soeben gegründeten Bauakademie ausgiebig eingeübt.
Im Zentrum steht das unter vollen Segeln in bewegter See fahrende Schiff. Das Motiv ist seit dem Altertum eine Metapher für die Kühnheit des Menschen. Es wird hier flankiert von dem kolossalen Fels zur einen Seite und zur anderen von einer Landschaft, deren Küstenstreifen und Berge wehrhaft besiedelt sind. So scheint in allen wesentlichen Komponenten das Thema einer Lebensreise auf, die mit charakterlicher Sicherheit, Mut und Zuversicht angegangen wird. Die auffällige, wie in den Stein gemeißelte Signatur gibt an, wessen Selbstbewusstsein hier zur Jahrhundert- und Epochenwende Bild geworden sind. Das Blatt nimmt wesentliche Elemente einer großen Zeichnung des Pharo von Messina mit dem Felsen Scylla vorweg. Und gut 30 Jahre später, 1831, greift Schinkel das Thema noch einmal auf, indem er sich selbst »als kühnen Schiffer« im Entwurf für das Fresko Die Entwicklung des Lebens auf der Erde in der Vorhalle des Alten Museums darstellt (Wolzogen 1862-1864, Bd. 2, 1862, S. 358, Nr. 9; Abb. H. Börsch-Supan 2007, zu Kat. 296.3).

Text: Heinrich Schulze Altcappenberg (nach dem Eintrag im Katalog Schinkel, 2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)