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Kloster Chorin. Ansicht von Nordwesten

Ident. Nr.: SM 17b.1

ObjID: obj:1503609

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1816/1817
Abmessungen
Blattmaß: 23,8 x 38,1 cm

Objektbeschreibung

Schinkels insgesamt 17 eigenhändige Zeichnungen und Skizzen zum Kloster Chorin entstanden 1816/1817 in Vorbereitung eines Gutachtens in der Oberbaudeputation (vom 8. Januar 1817) wohl überwiegend vor Ort. Sie dokumentieren den Baubestand des 1273 gegründeten, 1542 aufgehobenen und dem Verfall preisgegebenen Zisterzienserklosters. Schinkel wies in den teilweise maßstäblichen Aufrissen, Ansichten, Grundrissen und Detailskizzen auf den historischen und baukünstlerischen Wert der mittelalterlichen Anlage hin. Er versuchte, das als Scheune und Stall einer Domäne genutzte Klostergebäude als ein Denkmal nationaler Geschichte und altertümliche Merkwürdigkeit zu erhalten. Das Blatt zeigt die Hauptansicht der Anlage von Nordwesten, die idealisiert und als romantischer Vorgriff auf die spätere Gestaltung in die parkähnliche Landschaft eingebettet erscheint. Vorliegende Ansicht ist eines der Hauptblätter zum Kloster Chorin und diente später als Vorlage für eine Bleistiftzeichnung von Johann Matthäus Mauch von 1822 und ein Aquarell von Ludwig Ferdinand Hesse von 1826 (beide SPSG, Graphische Sammlung).
Text: Andreas Meinecke (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)