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Potsdam. Nikolaikirche. Vorderansicht des Ausführungsentwurfs

Ident. Nr.: SM 21a.42

ObjID: obj:1504085

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1829
Abmessungen
Blattmaß: 58,0 x 43,0 cm

Objektbeschreibung

Die Potsdamer Nikolaikirche wurde in zwei Bauphasen 1830-1837 und 1843-1850 von Schinkel und Ludwig Persius errichtet. Nach dem Brand des barocken Vorgängerbaus 1795 hatten zunächst Friedrich Gilly und Andreas Ludwig Krüger Entwürfe für den Neubau erarbeitet, die jedoch nicht weiterverfolgt wurden. 1811 wurde die stehen gebliebene friderizianische Schaufassade abgebrochen. Schinkel beschäftigte sich seit 1826 mit dem Neubau der Kirche. Friedrich Wilhelm III. favorisierte eine Basilika mit einer Zweiturmfassade, Schinkel und der Kronprinz dagegen einen Zentralbau mit Tambourkuppel. Schinkel orientierte sich dabei an einem Entwurf Friedrich Gillys, den er modifizierte. Zwischen 1826 und 1829 schuf Schinkel eine Reihe von Plänen für einen würfelförmigen Zentralbaukörper mit italienisierender, säulenumstellter Tambourkuppel sowie eine Variante in Form einer Basilika (Inv. SM 21a.40, SM 24b.2, SM 24b.3, SM 24b.4, SM 24b.5). Beim Kuppeltambour griff Schinkel seinen eigenen, um 1812 entstandenen Entwurf zu einem Dom auf einer Anhöhe wieder auf (Inv. SM C.18). Der erste Zentralbauentwurf mit Kuppel von 1826 (Inv. SM 24b.37) wurde 1829 im Zusammenwirken mit dem Kronprinzen von Schinkel in zwei Blättern (Inv. SM 21a.42, SM 21a.44) bis ins Detail ausgearbeitet. Der vorliegende Aufriss, der Querschnitt (Inv. SM 21a.44) sowie die Seitenansicht (Inv. SM 21a.43) dienten als Vorlage für die Publikation in der "Sammlung Architektonischer Entwürfe" (Heft 22, 1834, Bl. 133-136). Dabei fiel der Kuppeltambour mit bekrönender Engelsfigur gestreckter aus. Das letztendlich am 28. Februar 1829 von Friedrich Wilhelm III. genehmigte Projekt sah jedoch nur die Errichtung des kubischen Unterbaus mit einem flachen Satteldach ohne die Kuppel vor. Der König bestand weiter auf seinen zwei Fronttürmen. Schinkels alternativer Fassadenaufriss mit zwei Türmen vom Dezember 1829 genügte diesem Wunsch. In der ersten Bauphase 1830-1837 wurde Schinkels Entwurf durch den als Baukondukteur angestellten Ludwig Persius realisiert, der auch Bauzeichnungen anfertigte. Weitere Detailpläne zeichnete der Kondukteur Eduard Junker wohl um 1830, der von 1830-1836 am Bau beschäftigt war.
In der zweiten Bauphase 1845-1850 wurde das Kuppelprojekt mit dem Säulentambour auf Initiative Friedrich Wilhelms IV. nach zeichnerischen Vorbereitungsarbeiten (1843) unter der Leitung von Ludwig Persius und der Mitwirkung von August Borsig (eiserne Schutzkuppel) verwirklicht. Dabei war Schinkels auf vorliegendem Blatt endgültig formulierte Kuppelgestalt verbindlich, was die die Bauzeichnungen von Persius revidierende Oberbaudeputation im Juli 1844 ausdrücklich bestätigte.
Text: Andreas Meinecke (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

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Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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