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Berlin, Unter den Linden. Königliches Palais, Entwurf zum Chamois-Zimmer Friedrich Wilhelms III.

Ident. Nr.: SM 22a.1

ObjID: obj:1504219

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1808
Abmessungen
Blattmaß: 43,9 x 38,5 cm

Objektbeschreibung

Dargestellt ist ein Aufriss der östlichen Schmalwand mit der Tür zur Antichambre (Vorzimmer) und einer Rundbogennische des Chamois-Zimmers (vgl. auch die Angaben zur Sitzgarnitur im Chamois-Zimmer: Inv. SM 37b.125; Inv. SM 37c.114; Inv. SM 37b.113). Schinkel sah für die Rundbogennische einen Ofen in Form eines Tempelhäuschens aus weißem Marmor und Porphyr vor. Hierzu ist eine Federzeichnung erhalten (GStA PK, I. HA Rep. 36 Nr. 2865 o.Bl.). Der Ofen wurde nicht umgesetzt. Anders jedoch die farbige Gestaltung: Für die Malereien der Voute wurde der Berliner Maler Ringsleben engagiert. Die Ofennische und das Kranzgesims malte Ludwig Friedrich (Louis) Catel aus. Die Architekturen der Türen und Fenster kamen vom Tischler Johann Gottlob Thielemann. Das Blatt zählt zu den frühesten auch ausgeführten Innenraumentwürfen von Schinkel. Zum Königlichen Palais (heute Kronprinzenpalais) allgemein vgl. die Angaben zu Inv. SM 37b.125, zum Entwurf der Decke siehe Inv. SM 22a.2.
Text: Birgit Kropmanns (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)