Logo

Berlin. Schloss Charlottenburg, Schlosspark, Neuer Pavillon (Schinkel-Pavillon). Ansicht des Weißen Zimmers als Muster für die Gestaltung der Räume im Obergeschoss

Ident. Nr.: SM 22d.150

ObjID: obj:1504378

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
J WHATMAN,
Papierherstellung
Datierung
Herstellung: 1824/1825
Abmessungen
Blattmaß: 30,0 x 36,5 cm

Objektbeschreibung

Dargestellt ist das auch Raffaelkabinett genannte Weiße Zimmer in einer Art Musterentwurf. Schinkel vermerkte in seinem schriftlichen Textentwurf für die Innenausstattung am 31. Januar 1825: „Die perspektivische Zeichnung wurde eigentlich für eine Anwendung im Schlafzimmer aufgetragen und es sollte für jedes Zimmer eine Zeichnung entworfen werden, da indeß dies zu viel Zeit gekostet hätte, so wurden hier die Farben, die Meubles und die Ornamente von einem der 3 Hauptzimmer eingepaßt, deßhalb muß Camin und Sopha auf die entgegengesetzte Seite gedacht werden, welches jedoch für den Styl gleich ist.“ (GStA PK, BPH, Rep. 113, Nr. 2544,1, fol. 2). Für die dargestellten Armlehnstühle existiert ein Entwurf (Inv. SM 37b.93), der jedoch nicht ausgeführt wurde. Der Kronleuchtertypus mit figürlicher Ausstattung ohne Behang gehört zu den so genannten Schwanen- und Adlerkronen, die zu Schinkels schönsten Schöpfungen gehören. Solche Schwanenkronen (Inv. SM 37b.83) gehörten auch zur Ausstattung der Wohnung des Prinzen Wilhelm von Preußen im Generalkommando und des Palais des Prinzen Albrecht von Preußen. Die Schwanenkrone wurde mehrfach in der Bronzewerkstatt von Werner & Neffen in Berlin angefertigt. Ob sie für das Weiße Zimmer ausgeführt wurde, ist unbekannt. Weiter ist eine Zeichnung von Schadow nach Schinkel zum dargestellten Kamintyp mit Spiegel erhalten. Diesem Typus folgen zwei weitere Kamine im Schinkel-Pavillon (SPSG, Inv. Nr. 17706). Zum Schinkel-Pavillon allgemein vgl. die Angaben zu (Inv. SM 37b.93).
Text: Birgit Kropmanns (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)

Der Sommer: Flusslandschaft mit Badenden

Der Sommer: Flusslandschaft mit Badenden

Während die Gemälde Avercamps, die deutlich in der um 1600 neu auflebenden Nachfolge Pieter Bruegels stehen, stets Winterlandschaften zeigen, in denen sich eine große Menge von Figuren auf dem Eis der zugefrorenen Kanäle erfreut, sind unter seinen Zeichnungen auch Kompositionen, die das Leben anderer Jahreszeiten spiegeln. Mit Wasserfarben bildmäßig durchgeführte Zeichnungen kann man sich als einen erschwinglichen Ersatz für die kostspieligeren Ölgemälde denken. Unser Blatt ist ein besonders großes und schönes Exemplar dieser Gattung. Trotz der gleichen Höhe und fast derselben Breite sowie dem komplementären Thema, kann keineswegs als gesichert angesehen werden, daß es sich bei der Zeichnung des Winters (KdZ 2230) um ein Pendant zu diesem Blatt handelt, zumal jene aus anderer Provenienz, nämlich der 1874 erworbenen Sammlung Suermondt stammt, dieses dagegen erst später erworben wurde.Das Wappen Amsterdams am Wirtshaus rechts legt die Uferszenerie in die Nähe der großen Stadt. Dort mischt sich das Landleben, wie es der Heuwagen, der Bauer mit dem Kalb und die Frau mit den Melkeimern repräsentieren, mit bürgerlich gekleideten Spaziergängern in steifem Hut, Halskrause und weiten Röcken; junge Leute haben sich ihrer Kleider entledigt um zu schwimmen; auf dem Wasser eine Bootspartie. Ungewöhnlich für Avercamp ist die vergleichsweise geringe Anzahl von Figuren. Diese Konzentration sowie der relativ niedrige Horizont sprechen für eine eher späte Datierung in die zwanziger Jahre. Mittel- und Hintergrund, die rechts durch die Uferstraße, links durch den Wasserlauf erschlossen werden, sind in erster Linie durch die Segel einer unwahrscheinlichen Anzahl von Schiffen bevölkert. Kirchtürme, Windmühlen und ein Galgen verleihen noch dem Horizont eine von menschlicher Präsenz belebte Atmosphäre. Die von Leben erfüllten Darstellungen sind geeignet, die in Quellen mehrfach belegte Behinderung Avercamps vergessen zu machen, der als Stummer menschlich relativ isoliert gewesen sein muß.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 206f., Kat. IV.53 (mit weiterer Literatur)