Logo

Axel und Walburg. Trauerspiel von Adam Oehlenschläger. Entwurf zu einer Dekoration. Inneres einer Gruftkirche

Ident. Nr.: SM 22d.182 = SM B. 54 (alt)

ObjID: obj:1504410

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1817
Abmessungen
Blattmaß: 40,7 x 53,2 cm
Höhe x Breite: Untersatzkarton 55,5 x 63,5 cm

Objektbeschreibung

Für das Trauerspiel "Axel und Walburg" in fünf Akten von Adam Oehlenschläger gab es nur eine einzige Dekoration. Karl Friedrich Schinkel entwarf hierfür den Innenraum von "Drontheims Dom". Die beschriebene Zeit war das Jahr 1162. Es wurde Wert darauf gelegt, den gotischen Stil in Architektur, Ausstattung und Kostüm mit großer Genauigkeit wiederzugeben.
Zur Handlung: Axels Hoffnung auf eine Ehe mit seiner Verwandten Walburg zerschlägt sich, da er den König zum Gegenspieler hat. Kampf und Sterben sind die Folge aber zugleich auch die Zuversicht auf eine Vereinigung der Liebenden im Tod. Transparente Fenster sowie ein Kronleuchter im Vordergrund erlauben einen Wechsel der Beleuchtung, um so die Handlung auf der Bühne zu untermalen: Morgenlicht für Szenen, welche von Hoffnung geprägt sind, Düsternis als Zeichen der Verzweiflung.
Auf der Bühne kann man sich Schinkels Entwurf laut Harten als Durchsicht mit den vorderen Arkaden und Abschlussprospekt vorstellen. Seitlich wurde die Spielfläche durch Kulissen und Wände begrenzt, wie das in den graphischen Wiedergaben deutlicher zu erkennen ist, vgl. (Link: THD 1874,24).

Text: Anna Marie Pfäfflin (2011).

Weitere Literatur:
Die Kathedrale. Romantik - Impressionismus - Moderne, Ausst. Kat. Köln, Wallraf Richartz-Museum, Köln und München (Hirmer) 2014, Nr. 17, Abb.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Christus in der Vorhölle

Christus in der Vorhölle

Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)