Logo

Berlin. Schloss, Wohnung Kronprinz Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, Sternensaal. Entwurf zur Nordwand

Ident. Nr.: SM 34.50

ObjID: obj:1504846

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Inventor*in
Ausführung: Albert Dietrich Schadow (2.5.1797 - 5.9.1869),
Zeichner*in
Unbekannt,
Papierherstellung
Datierung
Herstellung: 1824/1825
Abmessungen
Blattmaß: 34,1 x 56,2 cm

Objektbeschreibung

Hier dargestellt ist der Aufriss der Nordwestwand des Sternsaals, der seinen Namen von der Deckenbemalung mit goldenen Sternen erhalten hatte (vgl. Inv. SM 22a.9), mit der von zwei ionischen Säulen flankierten Haupteingangstür, Kandelabern und Gipsabgüssen antiker Statuen auf Sockeln. Eva Börsch-Supan stellte 2011 die Tür als Hauptmotiv des Saals vor. Die Kandelaber folgen zumindest im unteren Teil dem Kandelaber von Otricoli im Vatikan. Der Typus wurde 1836 im Stichwerk „Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker“ publiziert (Inv. 37.02-1991), vgl. auch die Kandelaber aus dem Vestibül im Schinkel-Pavillon von 1825 (SMB PK). Die Herkunft der antiken Motive der Statuen untersuchte Jörg Meiner 1995. Schinkels Entwurf orientierte sich nach Meiner am Athener Erechtheion mit seiner äußeren Cellawand und zitierte Aspekte aus dem Rittersaal Andreas Schlüters auf der Lustgartenseite des Berliner Schlosses. Zur Wohnung Friedrich Wilhelms IV. im Berliner Schloss allgemein vgl. die Angaben zu Inv. SM 34.54.
Text: Birgit Kropmanns (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)