Logo

Berlin. Altes Museum am Lustgarten. Entwurf zu einem Bilderrahmen

Ident. Nr.: SM 43a.7

ObjID: obj:1505954

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: wohl um 1827
Abmessungen
Blattmaß: 49,3 x 33,7 cm

Objektbeschreibung

Schinkel hat die Leiste sowie das aufgelegte Dekor sorgfältig gezeichnet. Der Profilquerschnitt der Leiste ist farbig laviert. In der Mitte hat Schinkel den äußeren Umriss des Rahmens schematisch wiedergegeben. Palmetten und Spiralen im klassizistischen Geschmack schmücken den Rahmen. Allerdings entsprechen die dekorative Betonung der Rahmenecken und Leistenmitten sowie deren Fortsetzung über den äußeren Rahmenrand hinaus einer barocken Bilderrahmung. Den Barock schätzte Schinkel bekanntlich nicht, doch hat er sich bei der Bilderrahmung barockisierender Motive bedient.
Weshalb das Blatt, das in der Ausführung den anderen Vorlagenzeichnungen zum Stichwerk der "Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker“ entspricht, für die Publikation abgelehnt wurde, ist unbekannt. Dennoch sind Bilderrahmen nach diesem Entwurf erhalten, wie beispielsweise in der Alten Nationalgalerie zu Eduard Daege „Die Erfindung der Malerei“, 1832 (SMB PK, Nationalgalerie, Inv. Nr. A I 216) oder zu einem Antonio Bandile zugeschriebenen Gemälde "Thronende Maria mit dem Kind, Joseph, dem Johannesknaben, den Hll. Katharina von Alexandrien, Sebastian und dem Erzengel Raphael“, welches erst 1832 in die Gemäldegalerie gelangte (SMB PK, Gemäldegalerie, R.I.Nr. A 93.0820). Ferner gibt es eine Handwerkerpause nach dieser Zeichnung in der Berliner Kunstbibliothek (SMB PK, Kunstbibliothek, Hdz. 8334 a). Zu Schinkels Bilderrahmen-Entwürfen im Allgemeinen vgl. die Angaben zu Inv. SM 41e.299.
Text: Julia Sedda (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)