Logo

Berlin. Schloss, Saal des Staatsrates. Entwurf zu einer Uhr

Ident. Nr.: SM 51.65

ObjID: obj:1506917

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1823

Objektbeschreibung

Schinkel bekam 1823 den Auftrag eine große Prachtuhr für den Sitzungssaal des Staatsrates im Erdgeschoss, zwischen dem Portal II und der so genannten Hohenzollern Treppe im Berliner Schloss, zu entwerfen. Im Nachlass sind weitere vier Zeichnungen zu dieser Uhr erhalten (Inv. SM 37c.153a; Inv. SM 37c.153b; Inv. SM A.48; Inv. SM A.47). Ob es sich bei vorliegendem Blatt um eine Nachzeichnung auf der Grundlage der beiden separiert erhaltenen Blätter Inv. SM A.47 und Inv. SM A.48 handelt, die möglicherweise einst zusammengefasst waren, oder ein eigenständiger Entwurf ist, konnte bislang nicht festgestellt werden. Es kam aus dem Nachlass von Carl Wilhelm Gropius in die Schinkel-Sammlung. Schinkel schreibt im September 1823: „Die Form der Uhr darf in diesem Saal nicht unbedeutend sein, sie muß einen Schmuck des Saales machen, Skulptur darf deshalb daran nicht fehlen. Der Helios mit den vier Sonnenrossen als ein Hintergrund der Scheibe, auf der die Zeit sich darstellt, schien mir ein ebenso passendes als schönes Symbol, und hiernach habe ich die beikommende Skizze entworfen, auf der sich an einer Seite die Nische mit der Komposition der Uhr nach dem Maßstabe, auf der anderen Seite die Uhr selbst größer angegeben, darstellt. Das Ganze würde aus Stuck und ganz weiß bis auf die vergoldeten Ziffern und die Sonne im Mittelpunkt gehalten. Herr Professor Wichmann würde die Ausführung jetzt am schnellsten besorgen können“ (zit. nach Rave 1962, S. 247). Die ausgeführte Uhr wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Text: Birgit Kropmanns (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)