Logo

Die Familie Schinkel auf einem Pflanzenornament

Ident. Nr.: SM A.22

ObjID: obj:1507177

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1825
Abmessungen
Blattmaß: 18,3 x 43,3 cm

Objektbeschreibung

Das Blatt stammt aus dem Besitz Susanne Schinkels und zeigt die Familie in einem arabesk umrankten Akanthuskelch nun mit der am 17. August 1822 geborenen dritten Tochter Elisabeth komplett (vgl. auch das späte Porträt SM H.25). Aufgrund der ornamentalen Anlage, des Formats und der antikischen Anmutung aller Figuren ist ein dekorativer Zweck zu vermuten, z.B. als Bildschmuck eines Kästchens, eines häuslichen Möbels oder einer Wandfläche. Die Attribute symbolisieren männliche und weibliche Tugenden; gleichzeitig verbinden sie den Architektenberuf Schinkels mit dem Familien- und Rollenverständnis der Zeit: Die Mutter Susanne zupft, eng umschlungen von den Töchtern, mit der Linken Wolle von einem Rocken, der präzis auf gleicher Höhe steht wie der von ihrem Mann umgriffene Schaft einer Säule mit ionischem Kapitell, während die Spindel wie ein Lot über die innere Rahmenlinie hinaus senkrecht nach unten fällt. Etwas abgesondert von der Mittelgruppe agiert Sohn Karl Raphael in der Pose eines Bogenschützen. Motiv und Haltung erinnern an das Fresko der Bogenschützen aus der so genannten »Villa des Raffael« und eine ebenfalls daraus abgeleitete Gruppe im Wandbildprogramm des Alten Museums (vgl. Trempler 2001, S. 59, Abb. 4 und 52).

Text: Heinrich Schulze Altcappenberg (nach dem Eintrag im Katalog Schinkel 2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)