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Staatsrat Wolrad Schuhmacher und sein Schwager Geh. Hofrat Wilh. Kreusler

Ident. Nr.: N (74 F 46) 108/1995

ObjID: obj:1508926

Details (Expert)

Datierung
Datierung: 1861
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ambrotypie, verglast
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 15,5 x 13 x 1,3 cm
Gewicht: 230 g

Objektbeschreibung

Hochformat, Unikat. Doppelporträt zweier sitzender Männer, die durch nachträglich angebrachte, Schreibmaschinell erstellte Beschriftung als „Urgrossvater Staatsrat Wolrad Schumacher und sein Schwager Geh. Hofrat Wilh. Kreusler“ identifiziert werden können, dazu die handschriftliche Angabe der Jahreszahl 1861. In der rechten Bildhälfte zu sehen ist Gh. Hofrat Wilh. Kreusler, der in einen schwarzen Anzug gekleidet ist, ein weißes Hemd mit Stehkragen und dunkler Halsbinde sowie eine dunkle Weste trägt. Ergrautes Haar, sein Blick ist frontal auf die Kamera gerichtet. Neben einer Uhrenkette sind an seiner linken Hand am Zeige- und kleinen Finger Ringe zu erkennen. Seine linke Hand ruht auf einem gebogenen Gehstock, seine rechte Hand ist auf die Schulter des Staatsrats Wolrad Schumacher zu seiner rechten gelegt. Dieser blickt ebenfalls frontal in die Kamera, sein Haar ist ergraut, das Gesicht trägt deutliche Altersspuren (u.a. eingefallene Mundpartie, die auf fehlende Zähne hindeutet). Auch er gekleidet in einen dunklen Anzug mit weißer Weste, weißem Hemd mit Stehkragen und dunkler Halsbinde. Ebenfalls eine Uhrenkette und Fingerringe am Zeigefinger und kleinen Finger der rechten Hand zu erkennen. Der Hintergrund ist hell, es könnte sich um eine Außenwand handeln, wobei links von Staatsrats Wolrad Schumacher der Anschnitt eines Fensters zu sehen sein könnte.
Die Fotografie ist eingefasst in ein schwarz-goldenes Passepartout, auf das die schreibmaschinelle Beschriftung aufgebracht wurde.  Auf der Rückseite die handgeschriebene Aufschrift „Arolsen Viehmarkt 1861“.

Das fotografische Verfahren der Ambrotypie (von ambros, gr. „unsterblich“) wurde 1851, d.h. 12 Jahre nach der Erfindung der Fotografie in Großbritannien von Frederick Scott Archer erfunden. Hierfür wird auf eine Glasplatte als Untergrund eine brom- oder jodsilberghaltige Kollodiumschicht (Kollodiumwolle, Ether und Alkohol) aufgebracht. Die so behandelte Platte wird anschließend ohne Lichteinfall in eine Lösung mit Silbernitrat gelegt und noch feucht in die Kassette einer Kamera eingelegt. Die Belichtung erfolgt direkt und umgehend auf die feuchte Platte, weshalb man auch von einem Kollodium-Nassverfahren spricht. Dies bedeutete auch, dass die Handhabung insbesondere außerhalb von Fotostudios schwierig war. Nach der Belichtung wurde die Glasplatte erneut im Dunkeln mit einer Eisensulfatlösung behandelt, wodurch die belichteten Partien der Glasplatte weißlich/silbrige wurden. Anschließend wird noch auf der Kollodiumsschicht befindliches Sibleriodid bzw. Silberbromid mit einer Nathriumthiosulfatlösung ausgewaschen. In der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) zeichnet sich in der Ambrotypie auch hell ab. In der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) erscheinen erst dann dunkel, wenn man die entwickelte Glasplatte mit einer Schicht aus schwarzem Samt oder Papier hinterlegt. Das Verfahren erzeugt Unikate. Abzüge sind nicht möglich. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da das Glasnegativ durch die Unterlegung mit einem schwarzen Hintergrund als Positiv erscheint. Ambrotypien können als Vorreiter der Ferrotypien verstanden werden, deren Untergrund Eisenblech statt Glas ist.

Staatsrat Wolrad Schumacher, auch Ludwig Wolrad Friedrich Wilhlem Schumacher ( geb. 2. November 1793 in Korbach, gest. 1. Juli 1862 in Arolsen war Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (Quelle: „Schumacher, Ludwig Wolrad Friedrich Wilhelm“, in: Hessische Biografie (Stand: 28.11.2023), dort auch eine Fotografie, die in etwa im gleichen Alter zeigt).
Bei „Geh. Hofrat Wilh. Kreusler“ handelt es sich vermutlich um Georg Friedrich Wilhelm Kreussler (geb. 1. Januar 1784, gest. 1. Januar 1865), der mit Caroline Schumacher (geb. 20. Juli 1797, gest. 11. April 1827) sowie mit Dorothea Schumacher (geb. 11. April 1804, gest. 1874) verheiratet war, die wiederum Schwestern von Ludwig Wolrad Friedrich Wilhelm Schumacher waren.

Letzte Aktualisierung: 29.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

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Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

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