Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1890 - 1893
- Material / Technik
- Silberlegierung, Gold
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: je ca. 19 x 10,5 x 9,5 cmGewicht: 0,38 kg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1516809
Objektbeschreibung
Die Werkstatt des Künstlers Hountoundji hat zwischen 1890 und 1893 für den letzten König von dem unabhängigen Königreich Dahomey, Béhanzin, diese Armmanschetten als Geschenk für Deutschen Kaiser Wilhelm II. gefertigt. Durch diplomatische Geschenke an den deutschen Kaiser versuchte Béhanzin, diesen dazu zu bewegen, mäßigend auf Frankreich
einzuwirken, von dem er eine drohende Invasion befürchtete. Béhanzin bot dem
Kaiser als Gegenleistung für seine Unterstützung gegen Frankreich die Förderung
seiner wirtschaftlichen und kolonialen Interessen in Dahomey an. Die Armmanschetten sind aus einer Silberligierung und sind mit Blumen oder Sternen aus wertvollem Gold verziert. Neben diesen schenkte der König dem Kaiser auch andere Objekte, die den hohen Rang gleichzeitig vom König und Kaiser andeuteten:einen Säbel (III C
5547), einen Regenschirm (III C 5546), einen Thron (III C 5550), mehrere
Textilien (III C 5551 a-d) und Ledertaschen (III C 5549 a,b). Neben diesen Prestigeobjekten, die alle dem
damaligen Königlichen Museum für Völkerkunde übergeben wurden, „schenkte“
Béhanzin auch vier Knaben. Über das Schicksal der Kinder ist im Archiv des
Museums nichts überliefert. Aus Akten des Reichskolonialamtes geht jedoch
hervor, dass die Jungen auf Kosten des Auswärtigen Amtes die deutsche Schule in
Klein Popo (heute Anécho in Togo) besuchten. Es gelang Béhanzin nicht, Wilhelm
II. als Vermittler im Konflikt mit Frankreich zu gewinnen. Nach zwei Jahren
endete der sogenannte Zweite Französisch-Dahomeyische Krieg 1894 mit der
Kapitulation Dahomeys und der Exilierung König Béhanzins.
Hauptkatalog: Ein Paar versilberte Armverzierungen.
[SM8HF]Letzte Aktualisierung: 03.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Ethnologisches Museum
E-Mail:
em@smb.spk-berlin.de