Logo

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 1, Abteilung 1, Blatt 13: Blattrankenfriese antiker Bauwerke

Ident. Nr.: 33.27-1991

ObjID: obj:1517390

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Johann Mathäus Mauch (22.2.1792 - 13.4.1856),
Zeichner*in
Ausführung: C. Büscher (nachgewiesen 1818 - 1821),
Stecher*in
Ausführung: A. Prêtre (nachgewiesen 1821 - 1854),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1821/1830

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Erster Theil, Erste Abtheilung, S. 73:
"Blatt 13. Wir sehen uns gezwungen, hier ein unvollendetes Blatt zu liefern. Der Kupferstecher, welcher eine vortreffliche Zeichnung erhielt und welchem ein Theil der Arbeit (das Ziehn des Grundes) abgenommen worden, begann den mißrathenen Stich der Figuren der ersten Verzierung und verweigerte demnächst die Vollendung der Platte. Wir haben in der Einleitung Auskunft über die Ruinen von Palmyra und Helipolis gegeben, aus welchen dieses Blatt entnommen ist. Aufrechtstehende Verzierungen sind in den Baumwerken der Alten seltner, sie kommen mehrentheils nur in späterer Zeit an den inneren Wänden der Triumphbögen und an Pilastern vor. Die beiden Verzierungen, welche dies Blatt rechts und links begrenzen, befinden sich am Architrav der Thür, des kleinen am besten erhaltenen Tempels in Heliopolis. Die Früchte der zweiten dieser Verzierungen sind von hoch erhabener Arbeit. Die erste der innerhalb liegenden Verzierungen, gehört der Hohlkehle der Thüreinfassung eines Gebäudes in Palmyra an, welches nach der Inschrift aus den Zeiten Diokletians ist. Die zweite, dritte und vierte Verzierung sind von dem Portikus desselben Gebäudes des und derselben Thüreinfassung entnommen. Die fünfte ist eine Pilasterverzierung des großen Triumphbogens din Palmyra; die sechste, siebente und neunte sind Verzierungen der Thüreinfassungen dieses Baumwerks. Die achte Verzierung ist vom Bogen des Titus in Rom entnommen."

Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Christus in der Vorhölle

Christus in der Vorhölle

Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)