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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 1, Abteilung 1, Blatt 23: Herkulesfuß aus den Vatikanischen Museen in Seiten- und Vorderansicht

Ident. Nr.: 33.37-1991

ObjID: obj:1517400

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Johann Mathäus Mauch (22.2.1792 - 13.4.1856),
Zeichner*in
Ausführung: Königliches Lithographisches Institut Berlin (1818 - 1837),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1821/1830
Geografische Bezüge

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Erster Theil, Erste Abtheilung, S. 77:
"Blatt 22 und 23. Der Herkulesfuß sowohl als der Löwenfuß, sind nach Abgüssen von marmornen Originalen im Museum des Vatikans gezeichnet. Wir behalten uns vor, ähnliche Füße von großer Schönheit aus dem Brittischen Museum mitzutheilen, von welchen das Königl. Gewerbe-Institut Abgüsse besitzt. Solche Füße fanden eine mehrfache Anwendung zum Tragen von Schalen, Tafeln, u. s. w. von großem Gewicht, wobei drei solcher Füße gemeinhin von hinten miteinander verbunden wurden. (Vergleiche die zweite Abtheilung.)"

Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

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Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)