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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 1, Abteilung 2, Blatt 6: Gefäß aus Bronze aus Herculaneum sowie zwei griechische keramische Gefäße aus der Sammlung Hamilton im British Museum

Ident. Nr.: 34.07-1991

ObjID: obj:1517427

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Johann Mathäus Mauch (22.2.1792 - 13.4.1856),
Zeichner*in
Ausführung: Auguste Leisnier (15.1.1787 - 29.7.1858),
Stecher*in
Ausführung: A. Prêtre (nachgewiesen 1821 - 1854),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1821/1830
Systematik/Art

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Erster Theil, Zweite Abtheilung, S. 94f.:
"Blatt 3 bis 6. Die hier dargestellten Gefäße sind, bis auf das erste des sechsten Blatts, thönerne Griechische Gefäße, aus der ehemals Hamiltonschen, jetzt zum Brittischen Museo gehörenden Sammlung. Das erste Gefäß des sechsten Blatts ist von Bronze, wurde in Herkulanum gefunden, und befindet sich Museum zu Portici. Unter den irdenen Gefäßen gehört die Schale oder Napf, Blatt 4 oben, dadurch zu den seltneren, dass die Verzierungen daran nicht gemalt, sondern modelliert sind. Der Umriß Blatt 5 zeigt uns eine der größten und prächtigen thönernen Vasen aus Großgriechenland, aus der ersten Hamiltonschen Sammlung im Brittischen Museum, die in zwölf verschiedenen Farben bemalt ist. Das Gefäß scheint einem Feldherrn oder Kämpfer, der als Heros in dem Ionischen Portal abgebildet ist, geweiht zu sein. Die Henkel des Gefäßes laufen unterhalb in Schwanenhälsen aus, wie man es an mehreren der schönsten Gefäße findet, der obere scheibenförmige Theil des Henkels ist mit dem Köpfen von erhabener Arbeit verziert, wie die Seitenansicht ergibt. Der Henkel, welcher einzeln abgebildet ist, gehört einem anderen Gefäße an, welches übrigens ähnliche Formen hat. Die Hauptabteilungen des Gefäßes sind durch verschiedene Einfassungen, Blumenwindungen getrennt. Unter jenem sehen wir unten den Mäander. Den Raum, den die Einfassungen des schön gerundeten Halses einschließen, füllt eine Blume der Phantasie ähnlicher Art, als diejenige, welche wir in der ersten Abtheilung Blatt 17 vorgestellt haben. Aus dem mittleren der fünf Narzissenkelche sprosst eine enger geschlossene Glockenblume und aus dieser, statt der oberen Glocke bei den anderen Blumen, der Kopf eines schönen Mädchen hervor. Ob dieses Mädchen, welches über dem Fronton angebracht ist, unter welchem der Jüngling, der Held der Vase steht, wie einige wollen, die lohnreichste Blume im Kranze des Siegers darstellt, oder nach andern die Helena oder die Leda und der Jüngling den Bruder der ersteren und Sohn der letzteren, einen der Dioskuren, lassen wir dahin gestellt seyn. Erstere Meinung scheint uns indeß dem Geiste der Arabeske angemessener, welche freies Phantasiespiel und Bedeutsamkeit verreinigt. Wir bemerken übrigens, dass unter der ähnlichen zweiten Verzierung der 17. Tafel, Abtheilung I., ebenfalls ein Heros unter einem Portal abgebildet ist."

Letzte Aktualisierung: 09.10.2026

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Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)