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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 1, Abteilung 2, Blatt 24: Italienische Kassette des 16. Jahrhunderts aus Bronze aus dem Museum in Kassel mit Detail der Schmalseite

Ident. Nr.: 34.25-1991

ObjID: obj:1517446

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Julius Eugen Ruhl (13.10.1796 - 27.11.1871),
Zeichner*in
Ausführung: Joseph Anton Johann Nepomuk Caspar (1799 - 1880),
Stecher*in
Ausführung: A. Prêtre (nachgewiesen 1821 - 1854),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1821/1830

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Erster Theil, Zweite Abtheilung, S. 101:
"Blatt 24. Zu den interessanten Arbeiten, welche Italien im 16ten Jahrhundert, die Antiken nachahmend, in Bronze lieferte, gehören Schmuck- und andere kleine Kasten, von denen dieses Blatt einen darstellt. Das Original findet sich im Museum zu Kassel , und der dortige Architekt Herr Ruhl hatte die Gefälligkeit, eine geistreiche Zeichnung davon für diese Blätter mitzutheilen, die dem gelungenen Stiche des Kupferstiches Caspar anvertraut war. Wir hatten Gelegenheit, Wiederholungen dieser Bronzenarbeit in dem Museum zu Arolsen und in der schönen Sammlung des Grafen Portales zu Paris mit wenig bedeutenden Abänderungen zu sehen, welche den Beifall zu beweisen schien, den dieses Kunstwerk in jener Zeit fand. Abgüsse der ersteren Kästchen besitzt das Königl. Gewerbe-Institut."

Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)