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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 2, Abteilung 1, Blatt 3: Deckengemälde aus der Villa Lanti in Rom nach einem Entwurf von Giulio Romano

Ident. Nr.: 36.05-1991

ObjID: obj:1517474

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Stier, Friedrich Wilhelm Ludwig (8.5.1799 - 18.9.1856),
Zeichner*in
Ausführung: Joseph Anton Johann Nepomuk Caspar (1799 - 1880),
Stecher*in
Ausführung: A. Prêtre (nachgewiesen 1821 - 1854),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1831/1836

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Zweiter Theil, Erste Abtheilung, S. 4:
"Blatt 3 und 4. Wir haben bereits im ersten Bande erwähnt, wie die Wandmalerei der Alten im sechzehnten Jahrhundert und zunächst in Italien die Verzierungen im sogenannten Arabesken-Styl wieder aufleben ließen, welche nach und nach immer abentheuerlicher wurden. Die beiden Blätter, welche wir hier geben, stellen Decken-Gemälde aus der Villa Lanti in Rom vor, und sind von Julio Romano, dem Schüler Rafael’s, erfunden und wahrscheinlich von seinen Schülern ausgeführt. Sie wurden an Ort und Stelle für die Vorbilder gezeichnet."

Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

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Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)