Logo

Berlin. Schloss, Wohnung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, Erasmuskapelle. Einrichtung zum Arbeitszimmer des Kronprinzen. Studie zu einem Sessel für das Arbeitszimmer

Ident. Nr.: SM SKB E.018 = SM Skb.E Nr. 4a

ObjID: obj:1520847

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1824/1825
Abmessungen
Blattmaß: 26,2 x 21,3 cm

Objektbeschreibung

Schinkel entwarf den Sessel wohl auf Wunsch der Kronprinzessin Elisabeth als Geschenk an ihren Gatten für dessen Arbeitskabinett in der ehemaligen Erasmuskapelle. Das Blatt galt als verschollen. Der Arbeitssessel ist durch eine aquarellierte Aquatintaradierung bekannt (vgl. Inv. SM 43a.34 und eine Reihe Vorstudien, Inv. SM SKB E.017 = SM Skb.E Nr. 3b; Inv. SM SKB E.060 = SM Skb.E Nr. 11; Inv. SM 37c.117). Studien, Entwurf und Aquarell zeigen das gleiche schon von früheren Sesseln bekannte Konstruktionsschema. Allen Zeichnungen thematisieren wappenbestickte, über die Frontzarge reichende Stoffbehänge und gotisierende Stilelemente. Bei dem zur Ausführung bestimmten Entwurf zitiert Schinkel spätgotische Maßwerkformen in den Seitenwangen. Zwei Sessel nach diesem Entwurf wurden in Eichenholz gearbeitet, die Bezüge in Gobelinstickerei u.a. von Kronprinzessin Elisabeth geschaffen. Die Möbel sind verschollen. Zur Wohnung Friedrich Wilhelms IV. im Berliner Schloss allgemein vgl. die Angaben zu Inv. SM 34.54.
Text: Birgit Kropmanns (2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)