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Ident. Nr.: I. 3540

ObjID: obj:1521034

Details (Expert)

Datierung
20. Jahrhundert
Datierung engl.: 20th century
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Irak,
Land
Herkunft (Allgemein): Samarra,
Ort
Material / Technik
Gips, geformt, geschnitten, durchbohrt
Abmessungen
Höhe: 55 cm
Breite: 128 cm
Tiefe: 10 cm

Objektbeschreibung

Abguss eines Stuckpaneels mit einem Dekor aus Blattfriesen, Sechspässen und Blüten/ Knospenornamenten. Erhalten ist der untere Teil eines größeren Feldes, das mit drei Sechspässen verziert ist, in denen sich Weinblätter um ein zentrales Blatt gruppieren. Seitlich und unten schließt ein Blattfries zwischen Perlbändern das Paneel ab. Gefunden in Haus III, Raum 23; aus demselben Raum stammt I. 3536.
Die Wände der Paläste in Samarra, aber auch die der Privathäuser waren mit dicht gemusterten Stuckpaneelen und Stuckfriesen verkleidet. Zumeist handelt es sich um vegetabile und geometrische Motive im sogenannten Samarra Schrägschnitt. Viele erinnern an geschnitzte Holz- oder bearbeitete Marmorpaneele, wie sie in Samarra auch gefunden wurden. Da alle Hölzer und Steine importiert werden mussten, stellte man preiswertere und schneller herzustellende Wandverkleidungen aus Gipsstuck her. Teilweise haben sich Farbreste erhalten, die zeigen, dass die Stucke farbig gefasst waren.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.