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Ident. Nr.: KtW 268.6

ObjID: obj:1521664

Details (Expert)

Datierung
401 - 700
Datierung engl.: 5th - 7th century
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Irak,
Land
Fundort: Ktesiphon,
Ort
Abmessungen
Höhe: 20,5 cm
Durchmesser: 9,7 cm
Wandungsstärke: ca. 0,4 cm

Objektbeschreibung

Auf einer Töpferscheibe gefertigter schlanker Krug aus beiger unglasierter Irdenware mit abgebrochenem Henkel. Auf der Bruchkante des Henkels an der Gefäßschulter liegen asphaltartige Klebstoffreste einer historischen Reparatur auf. Der stark beschädigte Hals weitet sich trichterförmig und endet in einem verdickten Rand über einer umlaufenden Riefe. Auf der Schulter ist ebenfalls eine tiefe Rille eingeschnitten. Der größte Durchmesser befindet sich etwa auf halber Höhe des Gefäßes. Darunter zieht die Wandung konisch ein und endet in einem flachen Standboden. Auf dem Körper finden sich neben Rostflecken verteilte Pechspritzer, die möglicherweise beim Verschluss des Kruges mit einer Asphaltplombe entstanden. Diese wurde bei der Auffindung entfernt, um an den Inhalt des Gefäßes zu gelangen. Dabei nahm der Rand Schaden. Im Innern fanden sich Kupferhülsen- und Eisenfragmente sowie mehrere kleine Asphaltplomben (vgl. Kt.I 209). Der Krug wurde bei den Ausgrabungen am Tell Dhahab bei einer Feuerstelle in der Ebene am sogenannten Pulvermühlenhügel im Stadtgebiet Ktesiphons gefunden (vgl. KtW 268.1). Die verschiedenen Bestandteile des Fundes lassen die Annahme zu, dass es sich bei der Füllung mit einer sauren Lösung bzw. einem wässrigen Elektrolyt und isolierter Fixierung der Metallteile um einen Kondensator handelt, in dem durch anodische Oxidation bzw. Elektrolyse eine elektrische Spannung aufgebaut wurde. Nach vergleichbaren Funden vom Tell Chudschut Rabbuha bei Bagdad werden derartige Gefäße mitunter als Bagdad-Batterien bezeichnet. Diese können als galvanische Elemente hypothetisch bei elektrotherapeutischen Behandlungen oder zur elektrochemischen Oberflächenveredlung von Metallen eingesetzt werden.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.