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Ident. Nr.: I. 1592

ObjID: obj:1522404

Details (Expert)

Datierung
um 1200
Datierung engl.: c. 1200
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Iran,
Land
Herkunft (Allgemein): Kaschan,
Ort
Abmessungen
Höhe: 6,6 cm
Durchmesser: 35,7 cm
Wandungsstärke: ca. 0,8 cm

Objektbeschreibung

Der große und sehr schwere Teller ist außen leuchtend blau glasiert, während das Innere in gold- und kupferbrauner Lüstermalerei schimmert. Dafür wurde die Schale bemalt und zweifach gebrannt; vor dem zweiten Brand wurde auf die fertige Glasur eine hauchdünne Mischung mit Metallpartikeln (v.a. Kupferoxide), aufgetragen, die beim Brennen mit wenig Sauerstoff den metallischen Glanz, Lüster, ergaben.

Um einen Rand mit Kreissegmenten schließt sich ein konzentrisches Band mit Blattmotiven an. Den gesamten Mittelteil nimmt ein nach links gewandter Adler ein, der so groß wiedergegeben ist, dass er über den Spiegel hinausragt und seine Klauen auf dem Schmuckband stehen (teilweise ergänzt). Um ihn herum sind gegenständige Blätter und geschwungene Blattranken dargestellt, über seinem Kopf ist ein dunkelblauer Glasurtropfen.

Den Erwerb der Schale verdankt das Museum dem Mäzen und Kunstförderer Eduard Simon. Der Cousin des sehr berühmten Mäzens der Berliner Museen, James Simon, war selbst kein Sammler islamischer Kunst; er gehörte jedoch von 1913 – 1928 der Sachverständigenkommission des Museums für Islamische Kunst an und ermöglichte den Ankauf mehrerer wichtiger Objekte.
Zu diesen gehören u.a. ein kleiner Silberkrug (I. 2210) und eine mit Silber- und Elfenbeineinlagen verzierte Holztür (I. 1383). Im Jahr 1928 verlor er auf Grund der wirtschaftlichen Lage fast sein gesamtes Vermögen; im August 1929 nahm er sich 65jährig das Leben.

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.