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Ident. Nr.: I. 4884

ObjID: obj:1522948

Details (Expert)

Datierung
686 - 715
Datierung engl.: late 7th - early 8th century
Dynastie: Sasaniden
Dynastie - engl.: Sasanids
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Iran,
Land
Herkunft (Allgemein): Nizamabad,
Ort
Abmessungen
Höhe: 107 cm Objekt incl. Trägerplatte (neues Maß nach Restaurierung)
Breite: 138 cm Objekt incl. Trägerplatte (neues Maß nach Restaurierung)
Tiefe: ca. 30 cm Maximale Tiefe incl. Trägerplatte (neues Maß nach Restaurierung)
Gewicht: 112 kg Objekt incl. Trägerplatte

Objektbeschreibung

Fragment eines großen Stuckreliefs mit der halb lebensgroßen Darstellung eines Pferdes sowie Resten seines Reiters: Während vom Pferd größere Teile erhalten sind, blieb vom Reiter nur ein Teil von Oberschenkel, Knie und Wade. Zu erkennen ist, dass er eine Hose und ein knielanges Gewand trug.
Vom Pferd ist der Torso mit dem größten Teil des Kopfes erhalten; allerdings sind größere Partien der Oberfläche abgeplatzt. Die Mähne des Tieres war in sorgfältige S-förmige Locken gelegt, während der obere Teil der Mähne kurz geschoren war und aufrecht stand. Das Tier trug verziertes Zaumzeug mit einem mondsichelförmigen Anhänger auf der Stirn. Das Auge ist plastisch modelliert, die unteren Wimpern sind eingeritzt.
Der Reiter sitzt in einem deutlich erkennbaren Sattel, unter dem drei Satteldecken liegen und der durch einen Bauchgurt sowie Brust- und Schweifriemen gehalten wird. Der Bauchgurt ist mit einem breiten Zickzackmuster geritzt, während der Brustriemen mit runden herabhängenden Plättchen verziert war. Der Schweifriemen mit der gleichen Verzierung ist heute nicht mehr erhalten. Die unterste und größte Satteldecke ist nur als rechteckige Ritzlinie erhalten; die mittlere, kleinere und ebenfalls rechteckige Decke ist mit einer herzförmigen Borte eingefasst. Die oberste Satteldecke ist abgerundet und mit einer Perlborte gesäumt.
Drei Beinfragmente wurden auf Grund ihrer Größe und Proportionen diesem Torso zugeordnet. Es handelt sich um Teile der beiden Hinterbeine mit Hufen sowie den Huf eines erhobenen Vorderbeins, sodass das Pferd als Schritt gehend dargestellt war. Zwei nicht direkt anpassende, kleinere Schweiffragmente sind längs geritzt. An mehreren Stellen sind Farbreste erhalten: rot für das Pferd, rotbraun für den Schweif, blau für den Hintergrund und schwarz für den Bauchgurt. Die ursprünglich vorhandenen Reste von Vergoldung existieren nicht mehr.
Der Reiterpferdetorso gehört zu einer großen Zahl an Stuckfunden aus dem Ort Nizamabad, der südlich von Rayy (Iran) lokalisiert wird und wo Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhundert offenbar umfangreiche Raubgrabungen stattfanden. Es sind unter anderem lebensgroße, halb lebensgroße und kleinere Reiterfriese gefunden worden.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.