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Ident. Nr.: I. 5532

ObjID: obj:1524067

Details (Expert)

Datierung
2. Jahrhundert
Datierung engl.: 2nd century
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Irak,
Land
Herkunft (Allgemein): Hatra,
Ort
Material / Technik
Kalkstein, geschnitten, gemeißelt
Abmessungen
Höhe: 72,5 cm
Breite: 25 cm
Tiefe: 33,5 cm
Gewicht: 63 kg gewogen

Objektbeschreibung

Keilstein in Form eines Frauentorsos. Nach unten wird der Torso von einer Wulst begrenzt. Diese zeichnet die Bogenform des ursprünglichen Anbringungsortes nach.
Der Kopf des Torsos ist fast vollplastisch ausgearbeitet. Ihr Körper ist leicht nach links gedreht, ihr Kopf nach links unten gewandt. Die Gesichtszüge mit vollen Lippen, kleinem Kinn und großen Augen sind gut zu erkennen. Ihre Haare umrahmen das Gesicht. Sie sind in große Strähnen unterteilt und gehen von einem Mittelscheitel aus. Die Figur trägt eine locker fallende Tunika, die auf Höhe der Schultern von zwei flachen, runden Fibeln zusammengehalten und knapp unterhalb der Brüste gegürtet wird. Sie bildet einen V-förmigen Ausschnitt aus und fällt zwischen den Brüsten, unterhalb des Gürtels und der Fibel in weichen Falten. Als einzigen Schmuck trägt die Figur ein Halsband mit nach unten offener Mondsichel. Dieses Motiv wird knapp oberhalb der Wulst wieder aufgenommen: Dem Torso ist ein liegender Halbmond vorgeblendet. Dieser lässt die Bestimmung der Figur als weibliche, parthische Mondgöttin möglich erscheinen.
Der als Keilstein verwandte Werkstein befand sich ursprünglich an der rechten Archivoltenhälfte einer der beiden großen Bogenhallen (Südiwan) in Hatra, Irak. An diesen schloss sich der dem Sonnengott Schamasch geweihte Tempel als Kultort der höchsten lokalen Gottheit an. Die figürliche Gestaltung setzte sich in den weiteren Keilsteinen fort. Der Wechsel zwischen undekorierten und figürlich gestalteten Keilsteinen ist charakteristisch für Hatra, wo orientalische und griechisch-römische Motive miteinander verbunden wurden.

Letzte Aktualisierung: 03.11.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.