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Ident. Nr.: I. 6172

ObjID: obj:1524076

Details (Expert)

Datierung
um 740
Datierung engl.: c. 740
Dynastie: Umaiyaden
Dynastie - engl.: Umayyads
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Jordanien,
Land
Fundort: Mschatta,
Ort
Abmessungen
Höhe: 68,5 cm
Breite: 50,5 cm
Tiefe: 37 cm
Gewicht: 128 kg

Objektbeschreibung

Fragment einer weiblichen Skulptur aus Kalkstein. Das überlebensgroße Fragment gibt den nackten Unterkörper und die Oberschenkel bis zu den Knien wieder. Seitlich sind an beiden Schenkeln die Ansätze der Finger erkennbar, die einen weit über das Gesäß heruntergeglittenen Schleier oder ein Gewand hielten. Der Stoff ist auf der Rückseite in verschieden breiten Falten gearbeitet, aber von der Vorderseite kaum ausgearbeitet. Beine und Gesäß sind sehr kräftig gearbeitet; die Leiste ist durch eine tiefe Linie angegeben. Eine Besonderheit ist die auf dem linken Oberschenkel eingeritzte Inschrift im Kufi-Duktus. Die Lesung ist auf Grund der Beschädigungen nicht ganz klar, aber es handelt sich vermutlich um einen Frauennamen. Daher kann man schließen, dass die Statue eine reale Person aus dem höfischen Umfeld wiedergab, vielleicht eine Tänzerin oder Sängerin. Gefunden im Thronsaal.
Lebensgroße Statuen von Frauen, Männern und Tieren gehörten zur Ausstattung des Wüstenschlosses von Mschatta. Bis heute sind die Fragmente von über 20 Statuen im sogenannten Thronsaal sowie in der Säulenhalle im Eingangsbereich entdeckt worden. Eine derartige Ausstattung ist auch aus den zentralen Bereichen anderer umaiyadischer Paläste bekannt, wo große Skulpturen aus Stuck nachgewiesen werden konnten. Sie zeigen, dass in frühislamischer Zeit im weltlichen Umfeld der Kalifenpaläste das sogenannte Bilderverbot des Islam keine spezielle Beachtung fand.
Das Statuenfragment gelangte 1903 zusammen mit der Palastfassade als Geschenk des osmanischen Sultans an Kaiser Wilhelm II. nach Berlin.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.