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Ident. Nr.: Kt I. 336.1-91

ObjID: obj:1524130

Details (Expert)

Datierung
601 - 1500
Datierung engl.: 7th - 15th century
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Irak,
Land
Fundort: Ktesiphon,
Ort

Objektbeschreibung

Auswahl mittelalterlicher und frühneuzeitlicher islamischer Keramik aus einem Konvolut von Lesefunden, die im westlichen Stadtgebiet Ktesiphons im Areal des Yusufiyya-Kanals geborgen wurden. Das Spektrum umfasst als jüngste Bestandteile das Randfragment einer großen Schale aus gelber Irdenware mit umgefalztem Rand und opaker hellgrüner Bemalung sowie mit einem rötlichen Streifen auf dem Rand und zwei Randscherben von Schalen mit manganbrauner Glasur. Das Tüllenfragment eines Kruges mit verdicktem, durch eine blau ausgelegte Riefe profiliertem Rand mit opaker hellgrüner Glasur, eine rund abgearbeitete, wohl als Spielstein dienende Wandscherbe mit Ritzdekor in einem weißen Anguss, der von einer Reihe grüner Flecken in transparenter Glasur überlagerten wird, sowie die Wandscherbe eines großen Gefäßes mit plastischem Dekor aus eingestempeltem, ein Kreuzmotiv bildenden Dreiecken und weißem Anguss mit türkisgrüner Glasur vertreten Sonderformen innerhalb der Gruppe. Alle drei sind aus gelber Irdenware gefertigt. Daneben liegen zwei Scherben opak grün glasierter Keramik vor. Die teils blasige Glasur kopiert möglicherweise in ihrer Färbung chinesische, Jade imitierende Seladon-Waren. Qualitativ hochwertige Quarzfritte Kopien sind durch drei Fragmente gelber Irdenware mit weißgrauem Anguss sowie blauer und brauner Bemalung unter transparenter farbloser Glasur vertreten.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.